Immer wieder bekomme ich Fragen zu Mastermind-Gruppen und Mentoren gestellt: Wo findet man sie, worauf muss man achten, was muss man tun um angenommen zu werden? All diese Fragen bespreche ich mit Michael Turbanisch, der selbst ein erfolgreicher Podcaster ist und nicht nur in Mastermind-Gruppen ist, sondern auch zwei Mentoren hat, die ihm dabei helfen seine Ziele zu erreichen.


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Transkription des Podcasts:

Thomas: Hallo Michael, freut mich, dass du dich für das Interview bereit erklärt hast. Sei doch mal so lieb und stell dich am besten kurz selbst vor – was du so tust, was du so machst, wie umtriebig du bist, sozusagen.

Michael: Hallo Thommy, erstmal vielen, vielen Dank, dass ich da sein darf. Und „umtriebig“ ist, glaube ich, das richtige Wort. Ich fahre zweigleisig. Zum einen bin ich Vollzeit-Angestellter, das heißt, ich unterstütze Dirk Kreuter im Telefonverkauf, im Telesales-Team. Das ist mein Hauptjob, wenn du so willst. Parallel dazu habe ich mir mein eigenes Business aufgebaut. Auch das wird immer größer, nimmt immer mehr Raum und Platz und Zeit ein. Es funktioniert aber noch beides parallel. Und zwar betreibe ich den Podcast „Nochmal von vorn“, wo es darum geht, Jungunternehmer, jungen Menschen oder beziehungsweise Menschen, die sich parallel zum Job etwas aufbauen wollen oder es schon getan haben, die ersten Schritte bereits getan haben, neue Impulse zu geben, frische Ideen mitzugeben und zu inspirieren. 

Thomas: Genau, das gelingt dir sehr, sehr gut. Ich bin regelmäßiger Hörer deines Podcasts und war in einer der letzten Folgen noch selbst Interviewpartner von dir, was sehr spannend war, und kann ihn wirklich jedem nur empfehlen. Ich glaube, man muss gar kein Internetunternehmer sein, jeder kann da sehr, sehr viel mitnehmen, glaube ich.

Michael: Das ist es ja, weil ich sage mal so, da sprechen wir eine Sprache, zusammen mit ein paar anderen, mit dem Hecki, mit dem Christoph Fluri Heckenbücker, der Christine Hofmann und ein paar anderen. Wogegen ich wirklich etwas habe, das sind diese, ich nenne sie immer ganz liebevoll „Get quick rich“-Produkte, schnell und hektisch reich werden, „mach ein Internet-Produkt, und du verdienst dich dumm und dämlich, und das alles ohne Arbeit und in vier Stunden die Woche“. Das jetzt nicht, sondern ein Online-Business ist ein Business wie jedes andere, und natürlich hast du hier die eine oder andere Möglichkeit mehr. Die Tipps sind dabei universell anwendbar, zumal ich der Meinung bin, dass online und offline die letzten anderthalb, zwei Jahre sowieso immer mehr zusammenwächst, so ist zumindest meine Beobachtung.

Thomas: Genau, ja, das kann ich nur absolut unterstreichen. Super Michael, du hast es vorhin schon angesprochen, du hast den Christoph schon angesprochen, wir beide haben uns auf der Reise auf Zypern kennengelernt, wir waren dort beide als Speaker unterwegs. Und da passt das heutige Thema des Podcasts natürlich sehr, sehr gut: Fortbildungen, Mentoring, Masterminds und so weiter. Starten wir mit den Fortbildungen. Welchen Stellenwert hat Fort- und Weiterbildung oder Ausbildung für dich generell, und wieviel investierst du in diese Ausbildung oder wieviel hast du 2016 investiert? Vielleicht verrätst du uns das, schauen wir mal!

Michael: Ja, das kann ich sehr gerne verraten. Es hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ich habe leider, leider, leider, leider keine schöne deutsche Übersetzung gefunden, ich erkläre den Sinn gleich: „I am committed to be a lifetime learner“, das heißt, ich habe mich verpflichtet, ein Leben lang zu lernen, und zwar nicht irgendwem gegenüber, sondern gegenüber der wichtigsten Person, nämlich mir selbst. Klar, Familie und Umwelt hat für mich auch einen hohen Stellenwert, aber der wichtigste Mensch in meinem Leben bin ich. Und für jeden draußen, der sagt, „das ist aber ganz schön egoistisch“, sage ich: ja, es ist egoistisch. Und da gibt es ein Buch von Kirschner, „Die Kunst, ein Egoist zu sein“. Kennst du das?

Thomas: Ich habe schon davon gehört, es aber noch nicht gelesen.  

Michael: Ist ein ganz kleines Büchlein. Und die Kernaussage ist: Es ist toll, wenn du an andere denkst, es ist toll, wenn du anderen helfen willst. Da bin ich auch hundert Prozent dabei, denn sonst könnte man diesen Job hier nicht machen, aber hilf dir doch zuerst einmal selbst, denn wenn du ein Arsch bist, auf gut Deutsch gesagt, dann kannst du niemandem anderen helfen. Das vielleicht zur Erklärung dessen. Und ich bin selbst bei Dirk Kreuter in der Weiterbildungsbranche tätig, das heißt, allein dort durch das Umfeld bekomme ich schon sehr viel mit. Ich investiere aber auch selbst, und letztes Jahr waren es mit Reise- und Hotelkosten, pi-pa-po, 4.500,- bis 5.000,- Euro, will ich jetzt mal so „aus der Lamäng“ behaupten.

Thomas: Da liegen wir gleich auf (lacht).

Michael: Ja?

Thomas: Da liegen wir gleich auf. Wirklich gut, was du sagst, ich finde auch, dass es gar nicht so egoistisch ist, ganz im Gegenteil. Ich glaube, wenn ich aus meinem Leben sehr viel mache, kann ich dann in weiterer Folge natürlich auch andere Leute inspirieren, andere Leute leiten, anderen Leuten auch viel, viel beibringen. Und deswegen ist das schon sehr, sehr wichtig, denke ich.

Michael: Genau. Du hast ja auch einen sehr gut laufenden Podcast und eine richtig tolle Plattform. Selbstmanagement.rocks wird dann den Werbeblock für dich übernehmen an der Stelle.

Thomas: Vielen Dank!

Michael: Checkt das auf jeden Fall aus, beziehungsweise tragt es euch da ein, ihr nehmt da richtig viel mit. Nur angenommen, du fällst längere Zeit aus, weil du – keine Ahnung – überlastet, überarbeitet bist, egal, aus welchem Grund, hey, du hast auch eine Verantwortung deinen Kunden, deinen Hörern, deinen Followern gegenüber! Und deswegen ist es gut, ein gesundes Maß an Egoismus zu haben. Da macht wirklich die Dosis das Gift, ein gesundes Maß an Egoismus an den Tag zu legen. Also „Die Kunst, ein Egoist zu sein“ von Erich Kirschner, ich glaube, hau es auf jeden Fall mal in die Show Notes, das ist wirklich ein Tipp an der Stelle.

Thomas: Kommt auf jeden Fall in die Show Notes, selbst-management.biz/167, da kommt das alles rein. Ich werde es nachher nochmal erwähnen, keine Frage, suche ich raus. Super, danke für den Tipp. Es steht eigentlich schon auf meiner Merkliste, es wird jetzt vorgeschoben, aufgrund deines Tipps natürlich.

Michael: (Lacht) Okay, schön.  

Thomas: Super. Jetzt geht es aber nicht nur um Fort- und Weiterbildungen, sondern wo man auch sehr viel für sich selbst und für sein Business, aber auch fürs Leben lernen kann, das sind Mastermindgruppen. Welche Erfahrungen hast du mit Mastermindgruppen gesammelt? Vielleicht kannst du ein bisschen etwas darüber erzählen.

Michael: Sehr gerne, Thomas. Mit einer Mastermindgruppe, wenn du so willst, hat im Prinzip diese ganze verrückte Reise für mich angefangen. Ich darf jetzt ein bisschen ausholen?

Thomas: Natürlich.

Michael: Ich verspreche, ich halt es kurz. Ich habe 2009 das erste Mal diesen berühmten Suchbegriff „Geld verdienen im Internet“ eingegeben. Und um es abzukürzen, bis 2013 hat das für mich nicht funktioniert. Das lag aber nicht am Business, sondern es lag an meinem Mindset, weil ich immer der Kohle hinterhergerannt bin, weil ich mich als Experte gefühlt und auch so dargestellt habe, der ich schlussendlich gar nicht war – und, und, und. Im Jahr 2013 war es dann so, im Sommer 2013, kurz vorher, ein halbes oder dreiviertel Jahr vorher hat sich mein Mindset geändert, dass ich mich vernünftig mit dem Thema auseinandersetze, mich vernünftig mit Leuten austausche. Und im Sommer 2013 dann spricht mich ein Bekannter an, das war Sven Schindler, ich weiß nicht, ob du ihn noch kennst?  

Thomas: Mhm, mhm.

Michael: Der Sven Schindler, mit ihm hatte ich immer ein bisschen hin und her geschrieben, und wir haben uns ein bisschen ausgetauscht. Und er hat gesagt, der Robert Hecht und der Jörg Weber, die tauschen sich immer aus. Das sind zwei Bayern. Und er tauscht sich dann auch wiederum mit Robert aus. Und die Idee ist, dass wir uns einfach mal zu viert austauschen und uns gegenseitig unterstützen, supporten, uns kannte damals kaum jemand. Und die Idee war so, wie es die Großen machen. Es gab damals eine, ich nenne sie mal eine „Peer Group“, doch, „Peer Group“ trifft es eigentlich ganz gut, von deutschsprachigen Online-Marketern, die sich gegenseitig unterstützt haben bei Lounges et cetera pp. Und wir haben gesagt, okay, was die im Großen können, das können wir im Kleinen schon allemal. Und dann hatten wir uns tatsächlich alle vierzehn Tage via Google Hangouts getroffen. Und das war meine erste Mastermindgruppe, wo ich gesagt habe, das bringt mich richtig weiter, denn wenn vier Leute die Köpfe zusammenstecken, dann ist das nicht Faktor 4, sondern Faktor 10, 15, 20 unter Umständen, weil dabei etwas ganz Fruchtbares rauskommt. Und ich selbst bin aktuell in drei Masterminds drin.  

Thomas: Sehr fleißig (lacht). Super, ja, sehr spannende Geschichte, ich kann das nur unterstreichen. Du potenzierst darin dein Wissen, und es ist echt eine geniale Sache. Ich kann dir da nur vollkommen Recht geben.  

Michael: Da habe ich mal eine Frage an dich.

Thomas: Ja, natürlich.

Michael: Grundsätzlich, misst du einer kostenpflichtigen Mastermind mehr Bedeutung und mehr Wichtigkeit bei oder einer kostenfreien Mastermind?

Thomas: Das würde ich gar nicht anhand der Kosten aufhängen. Wenn es eine kostenpflichtige ist und der Mehrwert stimmt, bin ich gerne bereit, dafür zu zahlen, wie für gute Ausbildungen, gute Fortbildungen, gute Online-Kurse, dafür bin ich gerne bereit, Geld hinzulegen, das ist überhaupt kein Thema. Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass ich noch nie in einer kostenpflichtigen Mastermind war, weil es sich einfach nicht ergeben hat. Deswegen kann ich da jetzt nicht allzu viel sagen. Aber ich denke, für mich zählt einfach nur der Mehrwert. Welchen Mehrwert kann ich daraus ziehen, und wenn der passt, dann bin ich gerne bereit, dafür zu zahlen. 

Michael: Ich spreche den Punkt aus einem ganz besonderen Grund an. Bei meinem Business beziehungsweise mir hat es richtig „klick“ gemacht, als ich – von Videokursen einmal abgesehen – zum ersten Mal etwas dafür gezahlt habe. Und zwar bin ich zum Internet-Marketing-Kongress nach Berlin gefahren. Das heißt, du kaufst das Ticket, du buchst den Flug, du buchst das Hotel, du gehst dort unten weg, da hast du schnell ein paar Hundert Euro zusammen.  

Thomas: Ja, auf alle Fälle. 

Michael: Das trägt aber dafür Sorge, wenn du das investierst, wenn du Zeit und Geld investierst, zumindest geht es mir so, dann willst du auch das Maximale rausnehmen und dich im Umkehrschluss bei der Mastermind auch maximal mit einbringen. Bei einer Mastermind ist es tatsächlich so, da zahlen wir alle ein Salär. Das bekommt nicht irgendjemand, sondern es geht in eine Art Kaffeekasse. Wir wissen noch nicht, was wir damit machen, aber wir werden gemeinsam etwas damit machen. Entweder, wir treffen uns und verfeinern das oder irgendetwas.

Thomas: Okay, okay.

Michael: Und das ist einfach die Botschaft. Ich habe es leider sehr, sehr oft erlebt, dass Leute solche Sachen nicht ernst nehmen. Die nehmen die Termine nicht ernst, et cetera pp. und schassen sich da selbst auch, und hier kriegst du vielleicht einen Ticken mehr Ernsthaftigkeit rein.

Thomas: Ja, absolut. Das habe ich jetzt falsch verstanden, denn das haben wir auch in unserer Wien-Mastermind. Wir haben im Vorgespräch schon kurz darüber geplaudert, wir treffen uns im Quartal ungefähr zweimal. Und da gibt es auch einen kostenpflichtigen Beitrag, und der wird dann am Ende einer wohltätigen Organisation gespendet. Ich gebe dir vollkommen Recht, man muss schon ein Commitment ablegen, mehr oder weniger dazu, und die Anwesenheit ist dann natürlich wahrscheinlich höher. Wobei, ich glaube, wenn in einer Mastermind der Mehrwert stimmt, dann will sowieso keiner fehlen, weil man immer Angst hat, ein bisschen was zu verpassen.

Michael: Stimmt, stimmt, stimmt.

Thomas: Aber ist natürlich eine coole Sache, klar, und auch das, was du erzählt hast, als du das erste Mal Geld dafür bezahlt hast. Mich haben die Summen früher immer abgeschreckt, wenn du 500,- Euro für ein zweitägiges Ticket oder 600,- oder vielleicht noch mehr zahlen musst, da dachte ich mir, „oh mein Gott, das ist ja viel zu viel, dazu bin ich nicht bereit“. Und dieses schmalspurige Denken habe ich früher auch gehabt. Mittlerweile habe ich es zum Glück abgelegt, weil ich einfach mitbekommen habe, wie viel Mehrwert diese Veranstaltungen bringen. Und ich glaube, man muss das immer in Relation sehen. Wenn ich auf einer solchen Veranstaltung bin, und die bringt mir wirklich viel, dann kann ich natürlich auch mehr Geld im Anschluss damit verdienen, weil ich mehr Wissen habe. Das ist natürlich sehr, sehr spannend. Und 600,- Euro haben sich dann schnell amortisiert, wenn ich auf dieser Veranstaltung super Tipps bekomme.

Michael: Das ist wirklich Zufall, Thomas. Ich habe gerade mein Workbook von „The Power within“ hier, dem Tony Robbins-Event, auf dem ich im April war, weil ich das nochmal durcharbeiten will. Und ich habe mich mit vielen, vielen Menschen darüber unterhalten, weil ich nach wie vor maximal begeistert von dem Seminar bin. Entweder „wow, toll, war ich auch schon“, beziehungsweise, „da will ich auch mal hin“. Du hast auch gesagt, dass du das noch auf dem Zettel hast.  

Thomas: Ja, absolut.

Michael: Ich habe aber auch andere Leute, andere Stimmen gehört, die gesagt haben, „wow, 7.000 Mann, im Schnitt das Ticket 1.000,- Euro, wow, was macht der Kohle!“

Thomas: (Lacht) Ja!

Michael: Ja, es wird ordentlich etwas übrigbleiben, davon gehe ich aus. Aber die Frage ist doch, was bringt es einem? Und ich sage einfach mal, alleine diese Power, und trotzdem es mich jetzt zwei, drei Euro mehr gekostet hat, schon allein, weil ich Depp meinen Ausweis vergessen habe und meinen Flug umbuchen musste.

Thomas: Bitter!

Michael: Ich habe also für den Hin- und Rückflug 120,- Euro bezahlt, und für das Umbuchen auf den nächsten Tag 360,- oder 340,-, irgendwie so etwas.

Thomas: (Lacht)

Michael: Ja, da hatte ich kurzzeitig auch die Schnauze voll. (Lacht)

Thomas: Das kann ich mir vorstellen, ja.  

Michael: Und dann hast du Flug, Unterkunft et cetera, et cetera, et cetera, da bist du dann schon irgendwo bei, keine Ahnung, warte mal, das kann ich dir relativ genau sagen: 1.200,-, 1.300,- Euro waren es insgesamt. Und dann willst du auch das Maximum herausholen. Und wenn du das dann auch machst, dann bringt dich das, wie mich im letzten Jahr, auch ordentlich weiter.  

Thomas: Ja, auf alle Fälle. „Das Maximum herausholen“, dazu habe ich noch einen Tipp, den ich seit zwei oder drei Jahren praktiziere. Wenn ich irgendwo auf einer Fortbildung bin, auf einem Seminar oder auf einer Veranstaltung, und das nicht gerade im Umkreis von Wien ist, dann ist es ein bisschen schwierig, aber, wenn ich wirklich irgendwo wie du – du warst, glaube ich, in London, bei Tony Robbins, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Oder?

Michael: Ja.

Thomas: Wenn ich dort irgendwo bin, dann buche ich in der Regel, wenn die Veranstaltung aus ist, noch mindestens zwei oder drei Tage länger, um es für mich verarbeiten zu können, um schon die ersten Schritte zumindest planen zu können, die Umsetzung planen zu können. Und ich finde das immer sehr, sehr schön, denn wenn man an einem fremden Ort ist, kann man nicht viel gestört werden, man hat Zeit, sich auf das Erlernte zu fokussieren und kann schon die ersten Schritte setzen. Das vielleicht als Tipp auch für dich das nächste Mal. Ist wirklich eine geniale Sache, musst du mal ausprobieren, Michael, ist wirklich gut.

Michael: Ja, ich kann auch noch einen Hack obendrauf packen.  

Thomas: Super!  

Michael: Zum einen ist der Tipp: Fahr da nicht alleine hin! Egal, welches Seminar, fahr nicht alleine, suche dir einen Sparringspartner, geht zu zwei. Wir haben vorhin schon besprochen, 1 + 1 ist 3, 4, 5 und nicht unbedingt 2. Das Zweite ist, nehmt euch nach jedem Veranstaltungstag Zeit, gleich die Notizen miteinander abzugleichen, denn die Gedanken sind noch fresh. Und zwar habe ich eine App auf dem iPhone, ich glaube, die hast du auch, das ist das „Alon Dictaphone“. Ich glaube, den Tipp habe ich sogar von dir, Thomas.

Thomas: Kann sein, ja, weiß ich jetzt nicht.

Michael: Zypern irgendwie, Zypern mal schnell „quick and dirty“ etwas aufnehmen. Auf jeden Fall „Alon Dictaphone“, sprecht dort eure Gedanken hinein. Dann hast du sie frisch, du kannst es direkt von dort aus in die Dropbox laden und später zu Hause in Ruhe nacharbeiten. In London bin ich auch einen Tag länger geblieben, dann habe ich aber dann zugegebenermaßen Sightseeing gemacht, das war also schon ganz gut.

Thomas: Auch vollkommen okay! (Lacht) Dazu vielleicht noch einen Tipp obendrauf: Ihr habt das super gemacht bei eurer Veranstaltung mit Dirk, nämlich sich während des Seminars umzusetzen. Kannst du dazu vielleicht noch ein bisschen was erklären, den Hintergrund?

Michael: Klar. Jim Rohn hat gesagt, „du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst“. Jetzt ist es auch so, wenn du dich zwei Tage lang mit den gleichen Menschen umgibst, dann hast du immer den gleichen Spirit, und du kommst nicht aus deiner Komfortzone heraus. Wenn du dich aber während eines solchen Seminars umsetzt, also die Sportlichen, die setzen sich an den zwei Tagen viermal um, einmal vormittags, einmal nachmittags und am nächsten Tag auch noch einmal. Die fragen dann, ob das okay ist. Aber mindestens am nächsten Tag woanders hinsetzen als am Tag davor. Und wenn du zu einer Gruppe hingehst, dann durchaus auch mal aufsplitten. Dann lernst du zwangsweise neue Leute kennen, du erweiterst dein Netzwerk, und du bekommst hier noch einmal frische Gedanken obendrauf.

Thomas: Ja, absolut richtig, wirklich geniale Sache, cooler Tipp. Wir haben jetzt schon ziemlich viele Tipps losgelassen.

Michael: Ich wollte gerade sagen, das ist Wahnsinn heute, nicht wahr?

Thomas: Vollgepackt heute! (Lacht) Aber wir haben noch ein kleines Thema abzuklären, und da weiß ich, dass du dazu auch aus eigener Erfahrung sehr, sehr viel zu sagen hast. Ich weiß nämlich, dass du mit zwei Mentoren gearbeitet hast, ich weiß nicht, ob es aktuell noch so ist, die dir dabei helfen, dich neu zu positionieren. Und Mentoren, ja, habe ich jetzt auch gehabt, aber so wirklich intensiv mit Mentoren gearbeitet, also so, dass es wirklich als „Mentorship“ benannt war, das war bei mir noch nicht der Fall. Deswegen meine Fragen in Bezug auf Mentoren, wie läuft die Arbeit ab, was muss man bei der Auswahl eines Mentors beachten, und wo könnte man so einen Mentor finden, wenn man einen sucht?

Michael: Definieren wir erst einmal „Mentor“. Ich war bisher in einem Mentorship drin und in einem 1:1-Coaching. 1:1-Coaching, das ist ähnlich gelagert, das war, beziehungsweise ist aktuell die „Kundenheldenreise Titanium“ vom Hecki, wo wir ganz klar herausgearbeitet haben, wie positioniere ich mich richtig? Welche digitalen Produkte machen Sinn? Und vielleicht magst du es in die Show Notes hauen, das ist ein kostenfreier Report, eine Checkliste, „die fünf größten Stolperfallen für nebenberufliche Entrepreneure, und wie du sie umgehst“. Das ist ein bisschen mehr als eine Checkliste, das ist ein Quick-Check mit fünf, sechs Seiten, und darauf gibt es passende Produkte, ein Audiobook, ein Ebook, und an einem Video-Produkt arbeite ich gerade, das mache ich mit dem Hecki zusammen gerade sehr intensiv. Und ich war letztes Jahr in dem Mentoringprogramm von Christine Hofmann. Und da geht es über eine lange Distanz, über neun Monate ging es in alle fünf Lebensbereiche hinein. Das kannst du sicherlich bestätigen, Thomas, Erfolg kann nur ganzheitlich erfolgen. Erfolg folgt ja irgendetwas, das steckt schon im Namen drin. Und wenn du finanziell riesige Ziele anstrebst und dich nur darauf fokussierst, dann leidet unter Umständen deine Beziehung, dann leidet deine Gesundheit. Wenn du dich nur auf deine Beziehung konzentrierst, dann bist du glücklich, aber unter Umständen auch arm, das heißt, du bist dann zwar in der Beziehung glücklich, aber unter Umständen auch arm. Und da hat, für mich zumindest, das Mentoringprogramm Sinn gemacht, weil wir für alle fünf Bereiche Ziele gesteckt haben, sehr ambitionierte Ziele, also auch Rückziele, und da kann ich jetzt auch im Nachhinein sagen, wo es gar nicht schlimm ist, dass ich nur 84 Prozent Zielerreichung hatte. Ich schwöre dir aber, diese 84 Prozent, die ich erreicht habe, das ist doppelt bis dreifach so viel, je nachdem, wie bei manchem anderen, der sich keine Ziele setzt.

Thomas: So ist das, ja.

Michael: Wie findet man einen Mentor? Das war deine Frage. Ich glaube, Mentor und Mentee finden sich.  

Thomas: Man kann es nicht erzwingen.

Michael: Man kann es nicht erzwingen. Die Christine, die bietet es auch an, dieses Mentoringprogramm. Aber das ist auch kein automatisierter Prozess, sondern dort bewirbst du dich, dann spricht sie mit dir, und dann guckt man einfach, passt das oder passt das nicht? Das ist das eine. Und das Zweite, der größte Fehler, der immer gemacht wird, der ist, dass jemand, der einen Mentor sucht, einen potenziellen Mentor anschreibt und sagt, „du, magst du nicht mein Mentor sein?“ Die Antwort ist, „nö“. Denn jemand, der richtig erfolgreich ist, dessen knappste Ressource ist die Zeit. Das heißt, da ist es eine schlaue Idee hinzugehen und zu sagen, „was kann ich für dich tun?“ Nebenbei bemerkt, der Tobias Peck ist so zu seiner Assistentin gekommen. Die Lea, die hat ihn damals angeschrieben, „hey, du brauchst eine Assistentin“. Und er hat gesagt, „nein, ich brauche keine Assistentin“, und da hat sie ihm ganz genau erklärt, warum er eine Assistentin braucht. Und jetzt will er sie nicht mehr missen. Und das ist einfach so eine Sache, überlege dir, was kannst du erst einmal geben, bevor du nach einem solchen Mentoring fragst. Mal ein ganz banales Beispiel, wenn du beispielsweise gut darin bist, Videos zu schneiden, zu cutten oder du kennst dich mit YouTube-Marketing oder irgendetwas aus, und du schreibst deinen potenziellen Mentor an und sagst, „hey du, pass auf, ich habe mir deinen YouTube-Kanal angeschaut, ich habe zwei, drei, vier, fünf Tipps, die dich weiterbringen. Was hältst du davon, ich lade dich mal zum Essen ein. Ich habe danach auch noch zwei, drei Fragen, und es wäre schön, wenn du dir dafür auch Zeit nimmst“. So machst du die Leute hellhörig, und dann kommen die auch.

Thomas: Absolut genial. Vielleicht im Vergleich dazu, Gary Vaynerchuck, den kennen vielleicht auch einige, eine Koryphäe im Marketing, im Social Media Marketing, der hat jetzt „DailyVee“ gestartet, einen täglichen Vlog, und derjenige, der ihn aufnimmt, hat das genauso gemacht, wie du das gerade beschrieben hast.  

Michael: Echt?

Thomas: Ja.

Michael: Okay, das wusste ich jetzt nicht, aber da siehst du mal. Es gibt so ein herrliches englisches oder englischsprachiges Sprichwort: „Giving is living“. Gib, und gib gerne, und es kommt zu dir zurück, doppelt und dreifach und vierfach. Und das ist eben einfach so mein Tipp, wie man einen Mentor finden kann.

Thomas: Super, Michael, das war wirklich jetzt vollgepackt. Wir gehen schon auf die 30 Minuten zu. Ich glaube, wir stoppen das jetzt hier und werden uns demnächst mal wiederhören.  

Michael: Ich wollte gerade fragen, kannst du deine Leute fragen, wie sie das gefunden haben, ob sie noch mehr darüber hören wollen?

Thomas: Genau.

Michael: Klar, gerne.

Thomas: Wenn ihr also mehr darüber hören wollt, dann einfach office@thomas-mangold.com, schreibt mir, und dann werden wir das mit dem Michael weiterführen. Michael, bevor wir Schluss machen, wo findet man dich im Netz, wenn man mehr von dir wissen will?

Michael: Okay. Du kannst entweder meinen Podcast bei iTunes abonnieren oder bei Android, da gibt es auch verschiedene Plattformen. Ich empfehle „Sticher Radio“, und dort findet man meinen Podcast unter „Nochmal von vorn“ beziehungsweise die dazugehörige Website ist nochmalvonvorn.com. Mein Place to be in den Social Media ist Facebook. Ich habe ein privates Profil, ja, allerdings tummle ich mich dort kaum, interessanterweise, sondern ich habe eine Facebookseite – „michaelturbanisch73“. Warum? Weil „Michael Turbanisch“ mein privates Profil war oder ist, und „michaelturbanisch73“ ist meine Facebookseite, und dort kannst du mir folgen, dort kannst du mit mir in Interaktion treten, dort findest du auch alle Podcastfolgen. Und was eben seit einiger Zeit gut funktioniert, das ist, dass dort eben auch über die einzelnen Podcastfolgen diskutiert und sich ausgetauscht wird.  

Thomas: Super. Wir werden das natürlich alles in den Show Notes vermerken. Ein Klick reicht, und du schon bist du beim Michael mit dabei. Michael, nochmals vielen Dank, das war wirklich sehr, sehr genial, da waren viele coole, coole Tipps dabei, und ich glaube, wir werden das fortsetzen. Wir lassen das jetzt bei den Leuten ein bisschen sacken, und dann setzen wir das fort.  

Michael: Ja, sehr gerne, Thomas. Ich kann das Kompliment eigentlich nur zurückgeben, das ist wirklich super. Es macht immer Spaß, sich mit dir auszutauschen. Ich bin in zwei Wochen in Wien, und ob wir es mitschneiden oder es nicht mitschneiden, aber wir sehen uns dann sowieso „auf einen Verlängerten“. (Lacht).  

Thomas: Genau, jawohl!

Michael: „Verlängerten“, das machen bloß die Weicheier, habe ich mir sagen lassen. Nicht wahr?

Thomas: Ja, einen Espresso oder Wiener Melange vielleicht. Wenn wir schon in Wien sind, Herr Turbanisch, dann trinken wir Melange!  

Michael: Okay. Dann wir Melange, ich freue mich darauf. Für dich nur das Beste, und vielen, vielen Dank für die Einladung.

Thomas: Vielen Dank fürs Dasein, Michael, vielen Dank, danke, tschüss.

Michael: Ba ba.