Ist Persönlichkeitsentwicklung eigentlich Aufschieberitis? Ein Interview mit Claus Geißendörfer!

Claus arbeitet als Life Coach in London und hat über 15 Jahr Erfahrung im Bereich Self Developement und Life-Coaching. Claus selbst hat eine bewegende Geschichte hinter sich, mehrere Firmen gegründet, lange in LA und NYC gelebt und ist auch durch einige Tiefs, wie zum Beispiel seine Scheidung gegangen.  Keiner weiß so gut wie er, dass Persönlichkeitsentwicklung eine Form von Aufschiebiertis sein kann. Und genau darum dreht sich auch unser Interview.


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Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für ein besseres Selbstmanagement. Das Ziel: Mehr Zeit für dich und für die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben. Weil deine Zeit wertvoll ist!   #00:00:25-9#

Hallo und herzlich willkommen zu dieser Podcastfolge. Mein Name ist Thomas Mangold, und ich freue mich, dass du mit dabei bist. Mein heutiger Interviewgast ist Claus Geißendörfer. Claus hat mehrere Unternehmen gegründet und lange in Los Angeles und New York gelebt. Nachdem er einige Schicksalsschläge hinnehmen musste, brachte der Besuch eines Auftritts von Tony Robbins eine Wende in sein Leben. Heute wohnt Claus Geißendörfer in London und ist seit 15 Jahren erfolgreich als Coach für Persönlichkeitsentwicklung tätig.    #00:01:00-3#

Ein wichtiges Thema im Bereich Persönlichkeitsentwicklung ist das Phänomen der Aufschieberitis. Sie kann sich, übrigens genauso wie auch im Zeit- und Selbstmanagement, zu einem echten Problem entwickeln. Wir werden uns die Aufschieberitis näher anschauen und darüber sprechen, wie man diese lästige Angewohnheit in den Griff bekommt, und wie man den Weg frei macht für eine vielversprechende Persönlichkeitsentwicklung. Wenn du bisher nicht erfolgreich bist, obwohl du schon 100 Bücher gelesen hast, bei 15 verschiedenen Coaches warst und bereits an Dutzenden von Workshops teilgenommen hast, dann wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht am Thema liegen. Was dahintersteckt, das wird uns Claus Geißendörfer näherbringen. Er ist ein interessanter und sympathischer Typ, der uns nicht nur seine vielfältigen Erfahrungen, sondern auch sein Interesse für die spirituelle Welt näherbringen wird. Bevor wir ins Interview starten, möchte ich euch noch unseren heutigen Partner vorstellen.    #00:02:01-0#

Sponsor dieser Podcastfolge ist Blinkist. Das Unternehmen bietet dir eine große Auswahl an Buchzusammenfassungen, die dich auf deinem Weg zu einem positiven Wandel unterstützen können. Zwei empfehlenswerte Zusammenfassungen, so genannte Blinks, sind „Switch: Veränderungen wagen und dadurch gewinnen!“ von den Autoren Chip und Dan Heath sowie „Kleine Schritte mit großer Wirkung“ von Miriam Junge.    #00:02:33-7#

Falls du Blinkist noch nicht kennst: Blinkist bringt die Kernaussagen von über 4.000 Sachbüchern auf dein Smartphone, so dass du das Wichtigste aus diesen Titeln in nur 15 Minuten lesen oder als Audio anhören kannst. Blinkist bietet unzählige Ratgeber, zeitlose Klassiker und viel diskutierte Bestseller aus 25 Kategorien wie beispielsweise Produktivität, Psychologie, Wissenschaft oder Persönlichkeitsentwicklung. In den Zusammenfassungen, den so genannten Blinks, findest du Tipps, Tricks und Lifehacks, die dich im Alltag und im Beruf weiterbringen. Die Blinks gibt es auf Englisch und auf Deutsch. Wenn sich das spannend für dich anhört, und wenn du offen dafür bist, das Lesen von Blinks zu deiner täglichen Gewohnheit zu machen, dann schau bei blinkist.de/effizient vorbei. Dort erhältst du 25 Prozent auf das Jahresabo Blinkist Premium und kannst das Angebot sieben Tage lang kostenlos testen. Den Link stelle ich auch in den Show Notes ein. #00:03:46-9#

Thomas: Hallo Claus, es freut mich sehr, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Wie bist du zum Thema Persönlichkeitsentwicklung gekommen, und was sollte man sonst noch über dich wissen? #00:04:18-7#

Claus: Hallo Thomas, und hallo an alle Hörerinnen und Hörer. Es begann vor 15 Jahren an der amerikanischen Ostküste in New Jersey. Dort musste ich einen langen Weg von etwa 65 Kilometern zur Arbeit zurücklegen. Die Fahrten nutzte ich, um mir Audiobücher anzuhören. „Think and grow rich“, der Klassiker von Napoleon Hill, hat mich total fasziniert. Das Thema Persönlichkeitsentwicklung war wie ein Virus, der mich befallen hatte, und seitdem lässt mich dieses Thema nicht mehr los.    #00:05:24-6#

Thomas: Wie haben sich diese positiven Veränderungen bei dir ausgewirkt?    #00:05:33-7#

Claus: Ich bin selbstbewusster geworden und habe begonnen, mein eigenes Ding durchzuziehen. Anstatt immer nur auf andere zu hören, habe ich mich so akzeptiert, wie ich bin. Ich bin mit einem Herzfehler zur Welt gekommen und war als Kind körperlich schwach. Mein Selbstbewusstsein war gering, und ich wurde in der Schule oft gehänselt. Das hat mich geprägt. Ich bin in einem katholisch-konservativen Dorf aufgewachsen, wo man höflich, nett und lieb zu sein hatte. Ich habe zu allem Ja und Amen gesagt, und dadurch haben sich gewisse Denkmuster ausgeprägt. Manchmal hatte ich keine Lust, mit dem Nachbar zu reden, aber ich habe es trotzdem gemacht, um nicht als unhöflich zu gelten.    #00:07:16-5#

Dieses Muster hat sich durch mein Leben durchgezogen. Irgendwann war ich erwachsen, aber immer noch der höfliche, liebe Claus. Auf der Arbeit habe ich mich nie beschwert und alle Arbeiten ausgeführt, auch wenn sie mir gegen den Strich gingen. Das Gleiche galt in der Beziehung zu meiner Frau. Zum Wohle der Partnerschaft habe ich mich zurückgehalten. Das kommt euch sicher bekannt vor, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Erst als Erwachsene erkennen wir, was uns wichtig ist. Manche Leute haben das Glück, Freunde, Partner, Eltern oder Kollegen an ihrer Seite zu haben, die ihr Selbstbewusstsein fördern.    #00:08:10-0#

Mein eigenes Selbstbewusstsein zu entdecken, das war ein wichtiger Teil meiner Entwicklung. Ein solcher Prozess geht Schritt für Schritt von statten. Er beginnt damit, dass man sich selbst erkennt und herausfindet, was einem wirklich wichtig im Leben ist. Manche leben gerne in Saus und Braus und geben viel Geld aus. Anderen ist Sport das Wichtigste oder eine gesunde Ernährung. Wieder andere streben danach, ein Ziel im Leben zu erreichen oder an etwas Schönem zu arbeiten. Manchen Leuten ist die Freiheit das Wichtigste, anderen die Sicherheit. Wir alle sind unterschiedliche Persönlichkeiten. Hört nicht auf eure Eltern, auf den Chef oder auf den Ehepartner, sondern erkennt selbst, tief aus eurem Herzen heraus, wer ihr seid und was das Beste für euch ist.    #00:09:16-9#

Thomas: Diesen Schritt muss jeder selbst machen, und du scheinst dich eher spät auf den Weg gemacht zu haben. Wie ist es danach weitergegangen? Was lag zwischen deinen ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt und deinem Aufenthalt in Amerika? #00:09:26-3#

Claus: Ich habe in Amerika studiert, meinen MBA abgeschlossen und meine Frau kennengelernt, die mittlerweile meine Ex-Frau ist. 2010 sind wir nach London gezogen, wo ich heute immer noch lebe. In den letzten 14 Jahren habe ich mich intensiv mit der Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt. Der Höhepunkt war 2016, als ich Tony Robbins live in London im erleben konnte. Das war ein bewegendes Erlebnis, das mich sehr geprägt hat. Ich hab mich gefühlt, als sei ich plötzlich erwachsen geworden. Ich habe die Kindheitsbrille und die alten Denkmuster abgelegt und konnte endlich den wahren Claus finden und annehmen. Dieser neue Claus ist selbstbewusst und geht Konflikten nicht mehr aus dem Weg. Er liebt es, wegzugehen, Spaß zu haben und laut zu lachen.    #00:10:52-7#

Thomas: Auch mir ist es lange Zeit schwer gefallen, Konflikte auszuhalten.    #00:11:07-3#

Claus: Wer immer der liebe Junge bleibt, der zu allem Ja und Amen sagt, wird weder sein Ziel erreichen noch glücklich werden. Die Aufschieberitis ist ein Teil dieser Problematik, denn wir nutzen sie als Ausrede, um unsere Angst zu verdrängen. Wenn du Angst hast, eine Aufgabe anzugehen, dann fällt dir plötzlich ein, dass du noch die Wohnung putzen, dringend Fahrrad fahren oder dir die Nägel feilen musst. Wir finden Dutzende von Tätigkeiten, mit denen wir unsere Aufschieberitis rechtfertigen.    #00:11:47-4#

Thomas: Hast du auch mit Tony Robbins zusammengearbeitet?    #00:11:53-7#

Claus: Nicht mit ihm persönlich, aber mit seiner Organisation und mit den Senior Coaches, die von Tony Robbins ausgebildet wurden. Ich bin Mitglied der so genannten Yes-Group in London, die sich vor 27 Jahren etabliert hat, nachdem Tony Robbins das erste Mal in London aufgetreten ist. Das ist ein Verein, der sich regelmäßig zum Thema Personal Development trifft. Viele der Mitglieder haben mit Tony persönlich zusammengearbeitet. Bei einer Veranstaltung habe ich einmal sehr nahe bei ihm gesessen. Der Typ ist wirklich ein Riese!    #00:12:53-3#

Thomas: Ich habe einige Bücher von ihm gelesen, aber auf einem Live-Event war ich bisher noch nicht. Er muss ein spannender Typ sein. Du hast sehr viel über das Thema Persönlichkeitsentwicklung mitbekommen. Mit Büchern und Podcasts hat es angefangen, und dann hast du Seminare und Workshops besucht. Ich stelle immer wieder fest, dass viele, die sich mit dem Thema beschäftigen, alle möglichen Seminare besuchen und sich von unterschiedlichen Coaches beraten lassen, ohne wirklich zum Ziel zu kommen. Ist das auch eine Form der Aufschieberitis?    #00:13:34-8#

Claus: Ja, absolut, das hast du sehr gut ausgedrückt. Am Anfang habe ich gedacht, man könne nie genug lernen und nie genug in sich selbst investieren. Das könnte auch an den Glaubenssätzen aus der Kindheit liegen, zum Beispiel, dass man nicht für die Schule lernt, sondern für sich selbst. Natürlich ist Wissen wichtig, aber irgendwann muss man ins Tun kommen. Das ist für das Personal Development essenziell. Du hast bestimmt schon Dutzende Male gehört, dass du Verantwortung für dein Leben übernehmen musst. Das ist eines der Grundprinzipien der Persönlichkeitsentwicklung. Du kannst anderen Menschen nicht die Schuld für deine Niederlagen geben, sondern es ist deine eigene Verantwortung, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen. Wenn du das zehnmal hörst und auch intellektuell verstanden hast, dann musst du es machen. Daran führt kein Weg vorbei. #00:14:33-6#

Diese Erkenntnis ist auch mir schwer gefallen. Ich war unzufrieden in meiner Ehe, aber ich konnte mich bei niemandem darüber beschweren. Ich musste meine Probleme selbst lösen, indem ich Gespräche mit meiner Frau führte und zu einer Eheberatung ging. Beides ist jedoch gescheitert, und deshalb war die Scheidung der einzig logische Schritt. Es gab keine Möglichkeit, diese Ehe wieder glücklich führen zu können. Es war ein langer, schmerzhafter Prozess. Heute sind wir beide viel zufriedener. Die Entscheidung, die wir getroffen haben, hat sich fast vier Jahre lang hingezogen. Das war eine vier Jahre andauernde Aufschieberitis, deren Grund meine Angst vor der Entscheidung war.    #00:15:20-0#

Ich redete mir ein, ich solle lieber noch ein weiteres Seminar besuchen, vielleicht, um Hypnose zu lernen. Vielleicht könnte ich mit den neu erlernten Techniken meine Frau hypnotisieren? (Lacht) Ihr wisst, was ich meine, man findet immer eine neue Ausrede, um bloß keine Entscheidung treffen zu müssen. Ich habe mich für die Methode des „Iceman“ Wim Hoff begeistert, der im eiskalten Wasser taucht. Ich habe alles Mögliche ausprobiert, weil ich in meiner Beziehung nicht glücklich war. Aber der einzig konsequente Schritt, der zu einer Lösung geführt hat, war die Scheidung. Und vor diesem Schritt hatte ich wahnsinnige Angst.    #00:16:00-4#

Thomas: Es war eine Befreiung.    #00:16:07-5#

Claus: Mit der Scheidung sind mir ganze Steine vom Herzen gefallen. Danach gab es natürlich viele Höhen und Tiefen. Im Januar 2020 habe ich mich wieder als glücklicher Single gefühlt. Ich bin ausgegangen, habe Frauen getroffen und war regelrecht euphorisch. Ich habe mich sogar mit den Strategien der so genannten Pick-up-Artists beschäftigt. Das sind Männer, die bestimmte psychologische Tricks und Manipulationstechniken anwenden, um Frauen schnell ins Bett zu bekommen. Nach 15 Jahren Ehe musste ich wieder lernen, wie man mit Frauen flirtet. Und dann kam der Corona-Lockdown, und plötzlich war ich allein als frisch getrennter Single. Meine Familie und meine Freunde sind in Deutschland und in den USA, und ich fühlte mich einsam.    #00:17:02-9#

Meine Ex-Frau und ich sind gute Freunde geblieben. Wir wohnen in der gleichen Nachbarschaft. Sie hat eine neue Beziehung, und mittlerweile hat sich alles in einem guten Zustand eingependelt.    #00:17:23-9#

Thomas: Du sagst, dass deine Persönlichkeitsentwicklung vom Phänomen der Aufschieberitis geprägt war. Gibt es weitere Formen der Aufschieberitis, denen du begegnet bist?    #00:17:32-7#

Claus: Aufschieberitis kommt in allen Lebensbereichen vor, nicht nur in der Persönlichkeitsentwicklung. Wenn du deine tägliche Arbeit aufschiebst, weil es dir wichtiger ist, morgens zu lesen oder zu meditieren, dann geht das meiner Meinung nach ebenfalls in Richtung Aufschieberitis. Natürlich kommt es darauf an, was dir im Leben wichtig ist. Wenn du Sportler bist, dann ist es deine Priorität, Sport zu treiben. Aber wenn du einen Job hast, bei dem du acht Stunden täglich arbeitest, eine Stunde nach Hause fährst und parallel noch ein Geschäft aufbauen möchtest, dann bringt es dich beruflich nicht weiter, zusätzlich noch sportlich aktiv zu sein. Du verschwendest dann Zeit, die du besser darauf verwendest, dein Geschäft aufzubauen.     #00:18:40-5#

Bist du jedoch ein Vollzeit-Coach, dann ist es sinnvoll, wenn du dich zwischendrin eine Stunde bewegst, denn keiner kann neun Stunden am Stück coachen. Nicht alles ist Aufschieberitis, sondern es kommt auf die Ziele im Leben an und auf die Zeit, die einem zur Verfügung steht, um diese Ziele zu erreichen. #00:19:04-1#

Thomas: Welche Prozesse durchläufst du selbst, um produktiver zu arbeiten? Wie sieht dein Tagesablauf aus?    #00:19:15-3#

Claus: Die Abläufe sind immer unterschiedlich. Zur Zeit bin ich noch Vollzeit angestellt, und außerdem sende ich einen Podcast zum Thema Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung. Ich arbeite an einem zweiten Podcast, bei dem es um Politik gehen wird. Du siehst, ich bin viel beschäftigt. Ich stehe früh auf, und zwar ohne Wecker, da ich ein echter Morgenmensch bin. Mein Handy lasse ich meist auf Flugmodus. Der morgendliche Ablauf umfasst Körperpflege, Kaffee trinken, rausgehen an die frische Luft. Dann schalte ich mein Handy an und setze mir einen Timer für elf Minuten. Ich gebe mir eine Minute, um ruhig zu werden und meditiere anschließend zehn Minuten. Danach beginne ich meinen Arbeitstag. #00:20:30-9#

In der Regel arbeite ich eine Task-Liste ab. Auf dieser Liste notiere ich mir auch neue Ideen. Es ist sehr hilfreich, ein solches To-do-Journal zu haben, das mir zeigt, was ich heute und in dieser Woche erreichen will. Derzeit arbeite ich an einem Handbuch für Standard Operating Procedures für meine Virtuellen Assistenten. Einer von ihnen hilft mir, die Podcasts zu schneiden, und ein Grafiker kümmert sich um die Illustrationen. Ein Virtual Assistant lädt meine Social Media Posts hoch. Das alles koordiniere ich mit Trello und Google Documents. WhatsApp nutze ich nicht, denn es verschlingt zu viel von meiner wertvollen Zeit.    #00:21:28-1#

Thomas: Du hast einen eng getakteten Zeitplan. Die meisten Unternehmer oder Freelancer, mit denen ich spreche, schwören auf vordefinierte Prozesse. Es muss ganz klar sein, wo was und wann passiert. Wenn du dich nicht straff organisierst, dann entsteht ein großes Chaos. Diejenigen, die es schaffen, Prozesse zu implementieren, werden erfolgreich. Die anderen rutschen in die Fremdbestimmung.    #00:22:04-1#

Claus: Man kann sich jedoch auch anderen Berufen widmen, die weniger straff organisiert sind. Zum Beispiel kann man als Künstler kreativ und weniger prozessorientiert arbeiten. Aber wenn du ein Unternehmen mit Mitarbeitern führst, um etwas Großes aufzubauen, dann musst du in der Lage sein, gut zu organisieren. Ich habe, wie gesagt, bereits fünf freiberufliche Mitarbeiter. Ich sende zwei Podcasts zu verschiedenen Themen und erstelle Content auf Englisch und auf Deutsch. Meine Kunden sind sowohl in Deutschland als auch in England. Wenn du eine solch komplexe Organisation lenken musst, dann kommst du ohne strukturierte Prozesse, Routinen und Disziplin nicht zurecht. Dann wird es schwer, erfolgreich zu sein.    #00:23:15-6#

Thomas: Viele Menschen schlagen sich mit Aufschieberitis herum, obwohl sie genau das Gegenteil erreichen möchten und effizient arbeiten wollen. Deswegen finde ich es super, dass du uns Einblick in deine Geschichte gegeben hast. Das ist sehr spannend. Erzähl uns über deine Podcasts. Wie heißen sie, und wo können wir sie uns anhören? Was erfahren die Leute, wenn sie hineinhören?    #00:23:53-3#

Claus: Der Podcast erscheint auf Deutsch und heißt „Fack the Schuld“. Das ist ein christlicher Sender, der das Negative in der Kirche ankreidet. Die Christen sagen, dass unser Leben von Gott vorbestimmt ist. Gott bestraft dich, indem er dir Krankheiten schickt. Das ist Bullshit. Ich bin nicht der Papst, und ich weiß nicht, was richtig und was falsch in der Kirche ist, aber ich glaube nicht, dass dich Gott bestrafen will. Ich glaube, dass Gott will, dass du ein selbstbestimmtes Leben führst und dass du Prinzipien in dein Christsein einbringst, zum Beispiel, indem du Verantwortung für dein eigenes Leben übernimmst.    #00:24:51-8#

Ich habe ein Interview mit einem buddhistischen Mönch geführt, der mir von diesem Prinzip erzählt hat, das auch im Buddhismus gelebt wird. Du musst Verantwortung für dein eigenes Leben übernehmen. In der Persönlichkeitsentwicklung gibt es einige Prinzipien, von denen ich glaube, dass sie das Christentum positiv beeinflussen können. Zu diesem Thema befrage ich Menschen, die eine progressive Meinung vertreten. Eine der Episoden meines Podcasts beschäftigt sich mit Sex, BDSM und Polyamorie und wie das alles mit dem Christentum vereinbar ist. Das ist schon sehr liberal. Ich bin kein strenger Katholik, der einen erzkonservativen Podcast macht, aber ich finde, dass es Überschneidungen zwischen Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität und Religion gibt. In diese Richtung geht der Podcast. #00:25:47-0#

Thomas: Das ist auf jeden Fall eine spannende Mischung. Claus, ich bedanke mich für das wunderbare Interview. Es war ein super Gespräch mit dir.    #00:25:58-7#

Claus: Darf ich noch ein abschließendes Wort an die Zuhörerinnen und Zuhörer richten? #00:25:58-2#

Thomas: Ich wollte dich gerade dazu einladen, denn die letzten Worte in meinem Podcast gehören immer dem Gast. Hau gerne noch etwas raus.     #00:26:10-8#

Claus: Ich habe einen Tipp am Schluss, aber vorher noch ein kurzer Hinweis. Wenn ihr mehr über meine Virtual Assistance Standard Operation Procedures erfahren wollt, dann teile ich meine Informationen gerne mit euch. Ich möchte alles offenlegen, denn ich finde, dass Transparenz sehr wichtig ist. Schreibt mir einfach eine Message auf Instagram. Thomas wird die Seite gerne verlinken. Ich gebe euch einen Read-only-Access zu einigen Google-Docs, damit ihr sehen könnt, wie die Prozesse ablaufen und wie die Onboarding und Offboarding Questionnaires aussehen. Ich habe Dutzende von Dokumenten in Bearbeitung.    #00:26:55-8#

Ich möchte euch gerne helfen, und zwar vor allem, wenn ihr wie Thomas und ich in einem kleinen Business arbeitet. Keiner von uns ist reich. Mit meine kleinen, bescheidenen Mitteln möchte ich die Welt ein bisschen besser machen und den Menschen helfen. Schreibt mich einfach auf Instagram an.    #00:27:12-0#

Mein letzter Tipp lautet: Aufschieberitis hat meist etwas mit Angst zu tun. Man hört viele Entschuldigungen wie „ich habe nicht genug Erfahrung“, „ich weiß nicht genug über dieses Thema“ oder „ich habe nicht die richtigen Connections“. All das sind Ausreden. Heute, im 21. Jahrhundert, kannst du alles im Internet lernen. Du kannst Kontakte über LinkedIn, Instagram, Twitter und Facebook um Hilfe fragen. Das Einzige, was du selbst angehen musst, sind deine Ängste. Die Ängste, deinen Boss, deine Kollegen, deine Frau oder deine Freunde zu konfrontieren. Das musst du angehen. Alles andere ist Aufschieberitis.    #00:28:20-6#

Thomas: Vielen lieben Dank für dieses Interview. Alle Show Notes und alles, was du zu Claus wissen musst, findest du in der Beschreibung zu diesem Podcast. Vielen lieben Dank fürs Zuhören, machs gut und genieße deinen Tag.    #00:28:49-0#

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