Innerlich frei sein, ist wohl das Beste was dir im Leben passieren kann. Und genau darum geht es im heutigen Interview mit Georgios Antoniadis. Er erzählt seine beeindruckende Geschichte, von seinem Leben als Gastronom, über seinen ersten Feuerlauf, die Ausbildung zum Feuerlauf-Coach, ein sehr emotionales Gespräch mit seinem Vater und seinen Angeboten als Coach und Trainer.
Das ist wieder eines der Interviews, in denen ich verdammt viel lernen durfte. Daher kann ich dir nur empfehlen hier reinzuhören.


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Transkript des Interviews

Intro: Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast. #00:00:17-8#

Herzlich willkommen zur Podcastfolge mit der Nummer 175. Mein Name ist Thomas Mangold, und ich freue mich, wie immer natürlich, dass du heute hier mit dabei bist. Heute gibt es etwas ganz Besonderes, nämlich ein wirklich geniales Interview. Und zwar habe ich George Antoniadis bei mir zu Gast gehabt. Er erzählt von seinem ersten Feuerlauf, seiner Ausbildung zum Feuerlauftrainer und von einem Seminar im Grand Canyon, das sein Leben in eine neue Richtung getrieben hat. Er erzählt außerdem eine sehr, sehr emotionale Geschichte mit seinem Vater und von dem Weg, den er gegangen ist, um innerlich frei zu werden.  #00:01:04-8#

Ich sage es sehr, sehr selten, aber das ist wirklich ein Interview, das mir riesigen Spaß gemacht hat, in dem ich einen riesigen Mehrwert gefunden habe, und deswegen empfehle ich dir, dieses Interview von der ersten bis zur letzten Minute in aller Ruhe anzuhören. Ich will jetzt nicht mehr viel Zeit mit der Einleitung verlieren, sondern George selbst zu Wort kommen. Er soll sich kurz selbst vorstellen, und ich wünsche dir jetzt viel Spaß mit diesem wirklich tollen Interview. #00:01:30-8#

Thomas: Hallo Georgios, es freut mich, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich habe es in der Einleitung schon erzählt, du bist Coach und führst Feuerläufe durch. Du organisierst eigene Camps auf der Insel Mykonos. Aber erzähl am besten selbst, was du genau machst und was es über dich Spannendes zu wissen gibt. #00:01:48-2#

Georgios: Guten Morgen, hallo Thomas. Bei mir war es so, ich komme ursprünglich aus der Event- und Gastronomiebranche und habe dann gemerkt, dass mein Leben nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe mich total vernachlässigt, habe geraucht, habe beim Auflegen als DJ auch Alkohol getrunken. Die Firma ist sehr schnell gewachsen, wir hatten 160 Mitarbeiter, davon 16 Festangestellte. Und mit dieser Situation war ich total überfordert, weil ich gar keine Ahnung hatte, wie ein solcher Großbetrieb zu führen ist. Und dann habe ich mich gefragt, was willst du wirklich? Ich habe in den Spiegel geschaut und gesehen, dass das nicht der George ist, der ich gerne sein möchte. Ich habe aufgehört zu rauchen, 30 Kilo abgenommen und schlussendlich gemerkt, dass alles eine Kopfsache ist. Ich habe ein total neues Leben in mir selbst gefunden, und dann kamen Leute auf mich zu, die gesagt haben, „hey George, wie hast du dich verändert, toll! Du bist ein super Vorbild und eine Inspiration für uns. Wie hast du das gemacht?“ Und da war ich etwas erstaunt. Was wollen die Leute von mir lernen, das war doch nichts Spektakuläres? Und dann habe ich angefangen, die Leute zu unterstützen, sie zu coachen und zu ermutigen. Dann habe die Feuerlauftrainerausbildung gemacht. Ich hatte bereits mit 23 schon einmal einen Feuerlauf mitgemacht und war total begeistert davon. Ich habe also die Ausbildung gemacht und danach angefangen, die Menschen über glühende Kohlen zu führen. Mittlerweile sind es über 2.000 Leute, die ich über die Kohlen geführt habe. Und diese Veränderung innerhalb eines halben Tages zu erleben, das hat mich total begeistert. Und so bin ich immer mehr in diese Rolle hineingeschlüpft als Coach, Inspirator, auch als Ermutiger und Befähiger. Und dann hat das eine das andere ergeben, und ich habe begonnen, Seminare und Coachings in Persönlichkeitsentwicklung zu geben. Seit letztem Jahr führe ich Camps auf Mykonos durch, wo die Teilnehmer eine Woche weg sind von ihrem Alltag, wo sie sich klar und bewusst darüber werden, was sie im Leben wirklich wollen. Was hindert sie, wer sind sie und wo geht ihre Reise hin? Schlussendlich geht es um die innere Freiheit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. #00:04:14-4#

Thomas: Genau, das sehe ich auch so, das ist die wichtigste Sache heutzutage, sehr, sehr spannend. Wie bist du damals zu diesem Feuerlauf gekommen, durch Zufall oder hat dich das schon immer interessiert? Und wie war dein erster Feuerlauf? #00:04:24-7#

Georgios: Das war ein totaler Zufall. Ich war damals 23, und ein guter Bekannter von mir hatte einen Weekend-Gutschein bekommen für ein Seminar, wo es darum ging, wie man sein Leben meistert. Ich bin total unvoreingenommen dort hingegangen, und dann ging es damit los, was willst du wirklich? Und mit 23 wusste ich gar nicht, was ich genau will, ich wollte einfach einen guten Job machen. Meine Eltern haben immer gesagt, „Junge, du musst gut in der Schule sein, damit du ein besseres Leben hast als wir“. Meine Eltern sind damals aus Griechenland eingewandert. Sie hatten nichts, sie hatten nur zwei Koffer mit Kleidern und Besteck. Tagsüber haben sie in der Fabrik gearbeitet, und abends haben sie noch ein Einkaufszentrum gereinigt. Und ich wollte meinen Eltern immer beweisen, dass ich gut und liebenswert bin und dass sie stolz auf mich sein können. Dabei wusste ich jedoch nicht, was ich selbst für mich möchte. Und da war ich etwas überfordert damals mit der Frage im Seminar. Abends haben wir das Feuer gemacht und sind drüber gelaufen, und das war für mich ein Wow-Erlebnis, wie kann es sein, dass ich über 700 Grad heiße, glühende Kohle gehe ohne mich zu verbrennen? Es hat sich wie Watte angefühlt. Und das hat mich sehr beeindruckt. Nach einigen Jahren war das jedoch nicht mehr so präsent, aber 15 Jahre später kam das wieder auf, und dann hat es mich fasziniert. #00:06:03-6#

Thomas: Sehr, sehr spannend. Ich hätte auch fast einmal an einem Feuerlauf teilgenommen, bin dann aber leider krank geworden und habe es nie nachgehalt. Das sollte ich vielleicht einmal tun! #00:06:16-1#

Georgios: Unbedingt, es ist krass, wie uns unser Hirn den ganzen Tag verarscht, wie Dinge, die uns unmöglich erscheinen, möglich sind. Das ist eine super Metapher, wenn man sagen kann, dass man über glühende Kohlen gelaufen ist, und wenn ich das schaffe, dann schaffe ich alles andere auch. #00:06:34-6#

Thomas: Das glaube ich sehr gut, super. Das muss ich nachholen. Versprochen! Vielleicht sogar bei dir, schauen wir mal.  #00:06:41-0#

Georgios: Ja, unbedingt, du bist herzlich willkommen! #00:06:42-6#

Thomas: Super. Du hast es vorhin bereits erzählt, du warst lange im Gastronomiebereich tätig. Was war denn die entscheidende Veränderung in deinem Leben, dass du gesagt hast, du findest deine Inspiration, deine Vision und machst etwas Anderes? Was war die entscheidende Veränderung, was hat dir den Kick in die richtige Richtung gegeben?  #00:07:01-8#

Georgios: Ich muss etwas hervorholen, und zwar habe ich mein Studium der Wirtschaftsinformatik als DJ finanziert. Und die Verbundenheit zum Publikum, die war sehr stark, denn damals, vor 20, 25 Jahren gingen die Leute wegen zwei Dingen aus: um Leute kennenzulernen und wegen der Musik. Und das hat sich in den letzten Jahren total verändert. Die Musik hast du ständig bei dir auf dem Handy, und Leute lernst du heute über die Social-Media-Kanäle viel, viel einfacher kennen. Damals war die Verbundenheit sehr stark, und es hat mich total fasziniert, die Verbindung mit den Leuten, mit den Gästen aufzubauen. Und das hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert, und das hat sich bei mir emotional leer angefühlt. Wenn man in der Gastronomiebranche erfolgreich ist, kann man zwar sehr schnell Geld verdienen, aber es hat mich nicht erfüllt. Und da habe ich mich gefragt, was will ich wirklich? Und Gott sei Dank war ich vor zwei Jahren auf einem Führungsseminar am Grand Canyon in Amerika. Dort waren wir zwei Wochen lang auf dem Wasser, wir haben gepaddelt und hatten Null Handyempfang. Wir haben auf den Sandbänken geschlafen und jede Nacht den Sternenhimmel und die Milchstraße beobachtet. Und in dieser Naturgewalt zu sein, zwei Wochen lang, da merkt man, dass da seit Millionen von Jahren eine Urgewalt ist, und wer bin ich schon, und was sind schon meine Probleme? Und da fragst du dich, welches Leben willst du führen? Dort habe ich gemerkt, „George, was du gerne machst, das ist, Menschen zu ermutigen, sie zu inspirieren und zu befähigen, an sich zu glauben und sich innerlich zu befreien“. Das war meine Entscheidung. Und dann habe ich mich gefragt, was hindert mich daran? Und da waren Ängste erkennbar. Ängste, zu versagen, Ängste, was sagen die Leute, kannst du das? Das war meine erste Grundangst.  #00:09:21-0#

Dann hatte ich ein Coaching am Grand Canyon, wo es um die Angst ging, nicht geliebt zu werden. Das war jahrelang mein Glaubenssatz, ich muss Leistung bringen, damit ich geliebt werde, damals von meinem Vater, der sehr streng war, „Junge, du musst gut in der Schule sein.“ Ich hatte immer das Gefühl, dass ich Leistung bringen muss, damit ich geliebt werde. Und mein Vater war damals sehr, sehr streng. Durch das Coaching habe ich gelernt, dass mich mein Vater durch seine Strenge dahingehend trainiert hat, dass ich heute dieser Typ bin mit all meinen Fähigkeiten. Er hat mich angespornt, so gut zu sein. Ich jedoch habe das jahrelang als negativ bewertet. Und diese Erkenntnis nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen umzusetzen, das war für mich eine Befreiung.  #00:10:10-4#

Dann bin ich vom Grand Canyon zurückgekommen, dachte mir, „toll, ich lege los“, aber ich war immer noch etwas verhalten. Und schlussendlich war die große Befreiung die Versöhnung mit meinem Vater. Das Verhältnis war gut, aber nachher, ein halbes Jahr später, war er im Spital wegen einer Herzoperation, und da bin ich zu ihm gegangen mit der Aufgabe, mich bei ihm zu bedanken und ihm zu sagen, dass ich ihn liebe. Und das war für mich ein Ding der Unmöglichkeit, weil ich das noch nie gemacht hatte, mit dieser Herzlichkeit. Und da bin ich zum Spital, saß neben ihm am Bett, und habe eine halbe Stunde lang seine Hand gehalten. Und wir hatten ein super offenes Gespräch, so freundschaftlich wie noch nie in meinem Leben. Das war sehr berührend für mich, und da habe ich ihm gesagt, „hey Vater, ich möchte dir mal was sagen“. Er: „was?“ „Ich will dir ‚danke‘ sagen.“ Und er: „wofür?“ „Danke, dass du mich zu dem Menschen gemacht hast, der ich heute bin.“ Und da hat er mir etwas gesagt, womit ich nie gerechnet hätte. Er sagte, „Junge, du brauchst dich nicht bei mir zu bedanken. Das warst du selbst, weil du ein toller Mensch bist mit Tausenden von Fähigkeiten.“ Und das war für mich so emotional befreiend, und seitdem ging es bei mir bergauf. Das war wie ein Segen, wie ein Ritterschlag, und das war für mich die größte Befreiung. Wenn ich bei meinen Coachings die Leute befrage, sehr erfolgreiche Menschen, die ich coache, die für Millionenunternehmen arbeiten, dann sehe ich, dass der Engpass schlussendlich immer über den Vater geht, über die Familie. Und wenn sie den lösen, dann befreien sich auch innerlich. #00:12:04-0#

Thomas: Super. Sehr emotional, und toll, dass du diese Geschichte mit uns teilst. Ich glaube, es ist nicht selbstverständlich, dass jemand so ins Private hineingeht. Aber es ist sicherlich sehr bewegend und sehr motivierend für den einen oder anderen, es auch zu tun. Nach diesem Gespräch mit deinem Vater, wie ist es dann in deinem Leben weitergegangen? #00:12:29-7#

Georgios: Dann ging es ruckzuck. Ich bekam Anfragen vom Unternehmercoach Deutschland, die sind sehr erfolgreich. Die haben gesagt, „Mensch George, wir kennen uns jetzt seit zwei Jahren. Deine Veränderung ist der Hammer, und du bist, wie ich sehe, in Seminaren ein super Vorbild für andere Unternehmer. Hast du Lust, mit mir zusammenzuarbeiten?“ Das war für mich auch wie ein Ritterschlag, denn natürlich hatte ich Bock. Und dann war für mich die Frage, kann ich das? Ich habe natürlich angefangen, etwas zu zweifeln, habe mich jedoch ermutigt und mir gesagt, dass ich das sehr wohl kann. #00:13:11-2#

Einmal wurde ich gebeten, einen Vortrag zu halten, wusste aber nicht, worüber. Und da kam mir spontan die Idee: „Wie frei bist du wirklich?“ Und als ich angefangen habe, den Vortrag vorzubereiten, habe ich mich gefragt, „Mensch George, bist du denn selbst überhaupt frei?“ Ich habe zwar eine äußere Freiheit wie Geld, Haus, Auto, ich kann in Urlaub gehen, wann ich will und wohin ich will, aber innerlich bin ich nicht frei. Und zwar verhalte ich mich nicht so, wie ich gerne möchte. Ich arbeite mit Leuten zusammen, die mir Energie rauben. Ich arbeite mit Kunden oder Lieferanten zusammen, die mir Energie rauben. Da habe ich gemerkt, dass ich mich verleugne. Wie willst du einen Vortrag darüber halten, dass andere innerlich frei sein sollten, wenn du selbst es gar nicht bist? Und da habe ich damit begonnen, engpasskonzentriert zu arbeiten und mich zu fragen, was hindert mich, und was entzieht mir Energie? Ich hatte dann für mich eine neue Währung, nicht Geld, sondern Energie. Was gibt mir Energie, und was raubt mir Energie? Und da habe ich engpasskonzentriert gearbeitet. Okay, da stehe ich emotional an, das löse ich. Das war für mich eine Überwindung, weil ich Angst hatte, nicht geliebt zu werden, Angst, mich zu fragen, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Und dann habe ich gemerkt, dass das sehr gut geht, und es kam ein Momentum auf, das mich in Schwung brachte. Ich habe mich auch körperlich wieder verändert, ich habe meine Ernährung umgestellt und dadurch gemerkt, dass mir viele Dinge viel, viel einfacher gelingen, wenn ich in einem guten Zustand bin. Körper, Ernährung und Sport sind ein zentrales Element geworden für mich, um in einem guten Zustand zu sein und bessere Ergebnisse zu erzielen. #00:14:53-4#

Und dann kam die Frage mit den Seminaren, da habe ich mir überlegt, einen coolen Workshop auf Mallorca für 2017 zu machen. Und eine gute Bekannte, Katja Sterzenbach, die sehr erfolgreich ist mit Yoga-Retreats-Wochen, die sie auf Mallorca macht, fragte mich, „Mensch George, toll, dass du das machen willst. Aber wieso Mallorca? Du als Grieche? Wieso machst du das nicht auf Mykonos?“ Und ich: „Bäm! Genau das ist es!“ Mykonos, das verbinde ich für mich mit Freiheit. Ich steige aus dem Flieger, und es kommt mir ein Wind und die Luft entgegen, das ist Freiheit pur. Innerhalb von zwei Tagen habe ich eine Villa auf einer Klippe gefunden, mit Blick auf eine Bucht, du hast Ruhe, du spürst den Wind. Und das ist so der Hammer, da hast du ein richtiges Freiheitsgefühl. Innerhalb kurzer Zeit hatte ich das gefunden, reserviert, gebucht, auf gut Glück. Ich habe das Seminar ausgeschrieben und innerhalb von zwei Tagen zwei Anmeldungen bekommen. Und nach fünf Wochen war es ausgebucht. Und dann war für mich der Testlauf im September. Kann ich das überhaupt oder geht es den Leuten auf den Nerv? Aber die Rückmeldungen über das, was dort passiert ist, die waren unbeschreiblich. Wir haben vor Erleichterung Tränen geweint, vor Schmerzen, vor Glück und Freude. Und diese sieben Tage auf Mykonos, die waren so abgefahren, und die Leute haben gesagt, „das ist deine Berufung, go for it, und alles andere wäre Verschwendung“. #00:16:33-1#

Thomas: Super, sehr, sehr genial, das kann ich mir gut vorstellen. Ich fühle dasselbe. Immer, wenn ich irgendwo ans Meer fliege, die Tür vom Flieger aufgeht und mir diese salzige Meeresbrise entgegenkommt, dann ist das sehr cool. Jetzt wird es aber wahrscheinlich nicht ganz so einfach gewesen sein, wie du es geschildert hast. Es wird sicherlich auch Hindernisse und Widerstände gegeben haben. Kannst du dazu vielleicht noch etwas erzählen? #00:16:59-2#

Georgios: Natürlich, und zwar das Umfeld. Ich habe mich früher in einem Umfeld bewegt, in dem ich alleine war. Also sprich, ich hab nie geführt in diesem Maße, und plötzlich hatte ich 160 Teilzeitangestellte und 16 Festangestellte. Ich wollte die Leute mit meiner Musik begeistern, mit coolen Partys und Konzerten. Ich hatte niemanden, mit dem ich mich austauschen konnte. Ich habe mich auch geschämt. Einerseits war ich sehr erfolgreich, aber andererseits habe ich mich wie ein Versager gefühlt. Ich konnte nicht führen, ich wollte eine Family-Atmosphäre aufbauen. Dann wurde ich auch oft ausgenutzt, hintergangen, beklaut. Und das hat schon an meinem Ego gekratzt und auch an meinem Selbstwertgefühl, und ich habe mich auch geschämt. Aber mit jemandem darüber zu reden, das war für mich ganz, ganz schwierig, denn ich kannte niemanden, mit dem ich so offen reden konnte.  #00:18:03-2#

In dem Moment, wo ich angefangen habe, mich in meinem Umfeld neu zu orientieren, wo ich erkannt habe, mit wem ich darüber reden kann, wer versteht mich, wer kann mich ermutigen, wem ist es genau gleich ergangen, da hat es bei mir einen Aufwind gegeben. Das war dann auch für mich schwierig, mein gewohntes Umfeld loszulassen. Ich mochte die Leute ja, ich habe auch viel Zeit mit ihnen verbracht. Aber ich habe gemerkt, dass ich mich von gewissen Leuten, die nur von mir profitiert haben, trennen muss. Das war auch sehr schmerzhaft und traurig, aber es war schlussendlich die richtige Entscheidung. Und die Leute, denen gegenüber ich mich verbunden und verpflichtet gefühlt habe, einfach loszulassen, das war ein riesiger und schmerzhafter Prozess, und der beste Schritt dahin war, sie zu würdigen. Ich habe angefangen, sie zu würdigen und sie in mein Leben zu integrieren. Ich habe ihnen erzählt, „hör zu, es ist mein Wunsch, dorthin will ich gehen“. Und ich habe gemerkt, dass das für sie absolut in Ordnung ist, weil sie das ebenso sehen. Und ich dachte immer, dass sie nicht wollen, dass ich diesen Weg gehe. Aber im Gegenteil, im Nachhinein habe ich erfahren, dass sie stolz über mein Leben gesprochen haben. Sie haben erzählt, dass ich mich massiv verändert habe, dass ich jetzt Unternehmer, Manager und Führungskräfte coache. Die haben mit Stolz darüber berichtet, und ich dachte immer, dass sie nicht wollen, dass ich mich verändere. Und das war mein Glaubenssatz, den ich hatte, und es war eine tolle Erkenntnis schlussendlich. #00:19:37-1#

Thomas: Sehr, sehr gut, das glaube ich. Mit deinen Seminaren und deinen Angeboten ziehst du bestimmt eine gewisse Zielgruppe an. Welche ist das genau? Mit welchen Anliegen kommen sie zu dir, und was ist der große Mehrwert für die Teilnehmer, wenn sie an deinen Seminaren und sonstigen Angeboten teilnehmen, die du noch so hast? #00:19:54-9#

Georgios: Im Großen und Ganzen will ich alle Menschen von ihren Ängsten befreien, und das gelingt mir, indem sie zu den Feuerläufen kommen. Die Telefon- und Tagescoachings, die richten sich primär an Führungskräfte und Unternehmer. Auch bei den Seminaren geht es hauptsächlich darum, dass sie groß denken. Dass sie hinterfragen, welche Art von Leben will ich führen? Will ich der Erste und der Letzte im Geschäft sein, weil ich denke, ein Vorbild sein zu müssen? Oder ermächtige ich mich, nur einen Tag in der Woche im Geschäft zu sein und den Rest der Woche vielleicht zu meditieren oder Sport zu machen? Ich treffe andere Leute, ich pflege mein Netzwerk, ich bilde mich weiter. Das ist die Frage der Rolle der Unternehmer oder der Führungskräfte. Denn wenn sie bei sich sind und Klarheit darüber haben, was sie genau wollen, welche Werte sie leben wollen im Geschäft, dann können sie erstens besser führen, verleugnen sich nicht und haben zweitens eine viel bessere Energie. Sie können auch die Leute viel besser abholen und ermutigen, und dann haben sie auch Klarheit darüber, was sie wollen und was nicht. Und wenn sie es schaffen, eine wertvolle Verbindung aufzubauen und die anderen zu ermutigen, ihr gutes Herz auszuleben, und wenn sie es schaffen, ihre Mitarbeiter am guten Herz zu erreichen, dass sie dann wiederum die Kunden herzlich bedienen oder betreuen und diese Herzlichkeit dann auch an ihre Family weitergeben, dann schaffen sie es, dass die Welt zu einem besseren Ort wird.  #00:21:43-9#

Thomas: Super, sehr gut, das ist alles extrem spannend heute. Jetzt gibt es sicher noch Herausforderungen, vor denen du stehst oder eine Mission, die du hast. Was treibt dich noch an? Gibt es noch irgendetwas, was jetzt gerade im Moment spannend für dich für die nähere Zukunft ist? #00:22:03-4#

Georgios: Was für mich spannend ist, ich habe mich diese Woche bei etwas ertappt, was mich hindert, Gas zu geben. Das ist auf jeden Fall manchmal die Angst, zu versagen, die kommt nämlich wieder auf. Und dann frage ich mich, woher weiß ich das? Ich führe Selbstgespräche mit mir, coache mich selbst und merke dann, dass ich keine Angst haben muss, denn jeder vermeintliche Fehler oder jedes Hindernis ist schlussendlich ein Feedback. Ich wachse daran, und das ist das Wichtige. Und mein großer Engpass ist derzeit, dass ich nicht mit der Zeit nachkomme. Das heißt, ich habe so viele Ideen, ich habe viele Anfragen, und ich kann sie nicht alle bedienen. Und dabei fühle ich mich nicht gut, denn ich möchte vorwärtskommen. Dabei ertappe ich mich, wie ich mich in Detailaufgaben verliere. Das Gute ist, dass mein Bruder im Sommer zu mir kommt. Ich habe ihn vom Media Markt abgeworben. Er war im dortigen Hamsterkäfig, und er hat sich auch gefragt, wozu mache ich das? Das „Wozu“ war für ihn nicht mehr stark genug, und er hat gesagt, dass er ein Teil von dem sein will, was ich mache. „Wo kann ich dich unterstützen?“, das war seine Frage, und da habe ich ihm gesagt, dass er sofort bei mir einsteigen kann. Wir machen das ab Sommer zusammen, und ich bin froh, dass ich von ihm Unterstützung bekomme. #00:23:30-8#

Meine nächsten Schritte sind, Content aufzubauen, diesen kostenlos anzubieten und auch die Seminare und die Camps auf Mykonos, das ist gerade mein Fokus für dieses Jahr. Und sehr zeitnah möchte ich mich auch mehr mit Evernote auseinandersetzen. Ich habe schon damit angefangen, dank deiner Kurse, die ich seit einem Jahr fleißig verfolge. Da will ich besser werden, und seit Januar bin ich auch besser geworden. Dafür bin ich auch sehr, sehr dankbar. Dafür plane ich mir Zeit ein, wenn ich darin erst einmal besser bin und auch besser organisiert bin. #00:24:07-1#

Thomas: Super, das freut mich sehr. Wir haben uns über „Selbstmanagement rocks“ kennengelernt. Ich freue mich riesig, dass der Kontakt geklappt hat, und du lieferst wirklich einen wahnsinnigen Mehrwert, besonders auch in diesem Interview. Jetzt gleich die letzte Frage, bevor du dann noch einige Abschlussworte sagen kannst, die bleiben dann dir überlassen. Wo findet man mehr über dich, wenn man mehr über den George erfahren will? Wo muss man da hin? #00:24:32-6#

Georgios: Es gibt verschiedene Seiten, einerseits feuerlauf-schweiz.ch. Ich halte auch Anfragen über Feuerläufe Team Events für sehr geeignet, gerade für Deutschland und Österreich. Die werde ich dieses Jahr viel öfter haben, denn ich bin viel mehr unterwegs im deutschsprachigen Raum dieses Jahr. Dann gibt es noch das Camp auf Mykonos, das heißt innere-freiheit-camp.com, dort gibt es mehr Infos über das Projekt. Und dann auch meine Webseite georgios-antoniadis.com, dort findet man mein kostenloses E-Book, das man herunterladen kann mit 18 wertvollen Tipps, wie du in deinem Leben schneller zum Ziel kommst.  #00:25:23-2#

Das sind die Startseiten. Wie gesagt, ich kann dem Ball nicht mehr hinterherrennen, der war zu schnell in den letzten Wochen und Monaten. Deshalb ist es auch wichtig, dass ich mir Zeit für mich nehme, um nicht in einen Stress hineinzukommen, dass ich dies und jenes tun muss. Sondern das sind vorerst die Angebote, von denen die Leute profitieren können, und die sind sehr, sehr wertvoll. #00:25:48-6#

Thomas: Wir werden das natürlich alles in den Show Notes verlinken. Das heißt, dann kann jeder direkt draufklicken und ist da. George, vielen Dank für dieses wirklich tolle und inspirierende Interview. Es hat mich riesig gefreut. Ich verabschiede mich jetzt und übergebe dir das Mikrofon für die letzten Worte, die du noch an die Hörerinnen und Hörer richten willst. #00:26:12-2#

Georgios: Ich will zunächst dich würdigen, Thomas. Was du da an Mehrwert leistest mit deinen Blogs und deinen Einträgen, auch mit den kostenlosen Einträgen, das ist wirklich sehr wertvoll. Und ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich ein Jahr lang gewartet habe, bevor ich die Kurse gebucht habe. Mein Ego hat gesagt, mit deinen Fähigkeiten und mit deinem Wissen solltest durch ein Selbststudium in der Lage sein, das alleine zu machen. Mein Ego hat mich lange davon abgehalten, zu buchen. Aber schlussendlich habe ich mich überwunden und Ende des Jahres dein Angebot genutzt. Ich habe gemerkt, dass ich damit viel, viel schneller unterwegs bin. Und ich habe Parallelen zu meinen Coachings gemerkt, denn die Leute kommen viel schneller zum Ziel, wenn sie jemanden haben, der sie unterstützt, der die Erfahrung schon hat, der die Fehler schon einmal gemacht, sei es in der Ernährung, sei es im Sport, sei es Strategie, was auch immer. Nehmt euch einen Coach, der die Erfahrung schon gemacht hat, und ihr kommt viel schneller zum Ziel. Und deshalb bin ich auch super froh, dass du dich engagierst, damit sich die Menschen besser organisieren. Toll, dass es dich gibt! #00:27:32-7#

Thomas: Vielen Dank für die Rosen, Dankeschön! Gut, George, dann vielen Dank für das Interview. Wir werden das wiederholen, weil es sehr, sehr spannend war. Vielleicht wird es in einem halben Jahr oder in einem Jahr wieder die Möglichkeit geben, und dann werden wir eine Fortsetzung planen, denke ich. #00:27:46-8#

Georgios: Unbedingt, dann wissen wir auch, wo ich dann stehe.  #00:27:49-7#

Thomas: Genau! Super, vielen Dank und viele Grüße in die Schweiz. #00:27:53-0#

Georgios: Danke dir, und liebe Grüße nach Wien. #00:27:54-3#

Thomas: Danke, ciao. #00:27:55-3#

Ich denke, ich habe nicht zu viel versprochen mit diesem Interview. Da waren natürlich viele spannende Informationen dabei und auch viele Links, die George erwähnt hat. Die brauchst du natürlich nicht mitschreiben, sondern du findest sie ganz einfach in den Show Notes. Und die Show Notes wiederum findest du unter selbst-management.biz/175 für die 175. Podcastfolge.  #00:28:27-1#

Ich freue mich, dass du dabei warst, und ich freue mich natürlich auch, wenn wir uns in der kommenden Woche in der nächsten Podcastfolge wiederhören. In diesem Sinne, mach’s gut und genieße deinen Tag. #00:28:39-1#

Outro: Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für dein Selbstmanagement. Damit du endlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben hast. #00:28:57-0#