Pausen als Superkraft (Erkenntnisse aus dem großen REST-Test)

Du arbeitest hart, bist zuverlässig und hast das Gefühl, ständig etwas erledigen zu müssen. Gleichzeitig merkst du, dass sich Müdigkeit einschleicht, Entscheidungen schwerer fallen und die Konzentration nachlässt. Das ist kein individuelles Versagen. Es ist ein Symptom: Wir haben ein Erholungsdefizit. Die gute Nachricht: Erholung ist planbar und wirksam. Dieser Artikel zeigt dir, wie du Pausen bewusst nutzt, welche Aktivitäten wirklich regenerieren und wie du Erholung in deinen Alltag integrierst – ohne Schuldgefühle und mit maximaler Effizienz.

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Warum Erholung kein Luxus, sondern ein Teil deiner Arbeit ist

Fakten, die wachrütteln: In Großbritannien kämpfen Hunderttausende mit stressbedingten Problemen am Arbeitsplatz. In den USA sind rund 13 Prozent der Arbeitsunfälle auf Müdigkeit zurückzuführen. Und erstaunlich viele Menschen schlafen gelegentlich am Steuer ein. Solche Zahlen verdeutlichen: Schlaf allein reicht nicht. Es geht um die Erholung, während du wach bist.

Schlaf ist wichtig, keine Frage. Aber wenn du tagsüber dein Gehirn kontinuierlich mit Input überflutest, bringt dir eine perfekte Nacht nur begrenzt etwas. Du brauchst zwischen den Aufgaben echte Pausen, in denen das Gehirn herunterfährt – nicht nur Ablenkung.

Der Rest-Test: 18.000 Menschen – was die Studie zeigt

Eine große Untersuchung mit 18.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat gezeigt: Wer täglich 5 bis 6 Stunden mit erholsamen Aktivitäten verbringt, berichtet von der höchsten Lebenszufriedenheit. Das klingt zunächst utopisch, doch es geht weniger um die Menge als um die Qualität der Erholung. Und es geht darum, was für dich persönlich erholsam ist.

Aus dieser Studie lassen sich klare Empfehlungen ableiten: Bestimmte Aktivitäten regenerieren das Gehirn deutlich besser als andere. Diese Erkenntnis ist für deinen Alltag nützlicher als bloße Motivationstipps.

Top 5 erholsame Aktivitäten (und warum sie wirken)

Die Studie identifiziert die fünf erholsamsten Aktivitäten. Sie sind einfach, effektiv und oft verfügbar – wenn du ihnen Priorität gibst.

  • Lesen – Eintauchen in eine andere Welt: Lesen, vor allem fiktionale Literatur, ist eine der stärksten Formen der Erholung. Es geht nicht um Arbeitstexte oder Fachliteratur, sondern darum, den Kopf abzuschalten und emotional bzw. gedanklich in eine andere Umgebung zu wechseln.
  • In der Natur sein – Wald, Park, Fluss: 15 bis 20 Minuten ohne Smartphone, ohne Podcast, einfach draußen sitzen oder spazieren gehen, reduziert Stress und bringt mentale Klarheit.
  • Allein sein – Ruhe ohne Input: Zeit für dich ohne Verpflichtungen oder Gespräche. Einfach sitzen, nachdenken oder nur wahrnehmen. Das ist oft unterschätzt und sehr regenerativ.
  • Musik hören – Keine Lern-Podcasts: Musik, die dich herunterbringt, ist Erholung. Keine dauernde Informationsaufnahme, sondern gezielte emotionale Entspannung.
  • Nichts tun – Komplettes Abschalten: Kein Buch, kein Handy, kein Input. Einfach Sein. Für viele Menschen eine besonders schwer umsetzbare, aber kraftvolle Pause.

Wichtig: Soziale Interaktion, etwa Freunde treffen, kann zwar angenehme Befriedigung liefern, ist aber nicht automatisch erholsam für dein Gehirn. Wenn du dich unterhältst, verarbeitet dein Gehirn Input und reagiert. Es ist oft stimulierend statt regenerierend.

Mikropausen: Kleine Pausen, große Wirkung

Du musst nicht immer lange Pause machen. Bereits kurze Unterbrechungen haben einen bemerkenswerten Effekt auf Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Zwei Minuten reichen oft – manchmal sogar 20 oder 30 Sekunden.

Beispiele für wirkungsvolle Mikropausen:

  • Zum Fenster schauen und den Blick in die Ferne schweifen lassen
  • 30 bis 90 Sekunden bewusst tief ein- und ausatmen
  • Kurz aufstehen, strecken oder ein Mini-Stretching
  • Fenster öffnen, frische Luft einatmen
  • Sich bewusst einen Tee oder ein Glas Wasser holen, ohne nebenbei Mails zu checken
  • Augen schließen und in Ruhe atmen (90 Sekunden)

Solche Mikropausen sind leicht in den Tagesablauf einzubauen und haben eine hohe Effizienz im Verhältnis zum Zeitaufwand. Sie sind ideal für intensive Arbeitsphasen oder wenn der Tag eng getaktet ist.

Pausenmanagement
PIRO4D / Pixabay

Gegen Schuldgefühle: Pausen sind Produktivitätswerkzeuge

Ein weit verbreiteter Irrtum: Du darfst dich erst erholen, wenn alles erledigt ist. Das führt dazu, dass Menschen Pausen aufschieben, bis das Pensum so groß ist, dass Erschöpfung folgt. Das ist kontraproduktiv. Erholung zwischendurch macht dich schneller und fokussierter. Sie gehört zur Arbeit dazu – nicht als Belohnung, sondern als notwendiger Bestandteil des Leistungsprozesses.

Erziehung, Kultur und Selbstbild können solche Schuldgefühle verstärken. Deshalb ist ein Perspektivwechsel wichtig: Du arbeitest smarter, wenn du regelmäßig lädst statt nur zu verbrauchen.

TV, Serien und Binge-Watching: wie viel ist gesund?

Gute Nachricht für Serienfans: Gezielt Fernsehen, etwa rund eine Stunde am Tag, kann dein Wohlbefinden erhöhen. Das liegt daran, dass ein entspannender Film oder eine gut ausgewählte Sendung zur Entspannung beitragen kann.

Die Kehrseite ist Binge-Watching. Stundenlanges Serienschauen hintereinander reduziert Energie und erschöpft nicht nur moralisch, sondern auch mental. Setze also Grenzen: Ein bewusstes, geplantes Stück Fernsehkonsum kann Erholung sein. Dauerberieselung ist es nicht.

Erholung in den Alltag integrieren: konkrete Strategien

Die beste Theorie nützt dir nichts, wenn sie nicht umgesetzt wird. Plane Erholung so bewusst wie andere wichtige Aufgaben. Drei bewährte Methoden helfen dir dabei:

1. Feste Zeiten einplanen

Lege feste Pausenzeiten fest, zum Beispiel: Mittagspause um 12 Uhr mit einem 15-minütigen Spaziergang. Regelmäßigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du dranbleibst.

2. Trigger nutzen

Verbinde Pausen mit alltäglichen, wiederkehrenden Ereignissen. Wenn du dir einen Kaffee holst, nimm dir danach 2 Minuten für ein Mini-Ritual: Fenster kurz öffnen, tief durchatmen. Der Gang zur Toilette, das Aufstehen zur Wasserflasche oder der Wechsel zwischen Meetings sind ideale Trigger.

3. Habit Stacking

Wenn du bereits eine zuverlässige Gewohnheit hast, hänge daran eine neue Pause. Beispiel: Nach dem Zähneputzen morgens setzt du dich für 5 Minuten ans Fenster und trinkst bewusst Wasser ohne Ablenkung. So werden Pausen zur festen Routine.

Dein persönliches Erholungsmenü

Erstelle dir ein Erholungsmenü – eine Liste von Aktivitäten, die dir wirklich guttun. Halte die Optionen einfach und praktisch:

  1. 10-20 Minuten Roman lesen
  2. 15 Minuten Spaziergang in der Mittagspause
  3. 5 Minuten Musik hören (kein Podcast)
  4. 3 Mikropausen à 30–90 Sekunden über den Tag verteilt
  5. Eine Stunde bewusstes Fernsehen am Abend (wenn das dir guttut)

Wichtig ist: Wähle Aktivitäten, die für dich persönlich entspannend sind. Nicht jede Empfehlung passt für jede Person. Experimentiere und passe an.

Konkreter Tagesplan mit Pausenbeispielen

So könnte ein typischer Arbeitstag mit integriertem Pausenmanagement aussehen:

  • 08:30 – Kurze Morgenroutine, 90 Sekunden Augen schließen und tief atmen
  • 10:00 – Mikropause: 30 Sekunden Blick in die Ferne, kurzer Stretch
  • 12:00 – Mittagspause: 15–20 Minuten Spaziergang ohne Smartphone
  • 14:30 – Kaffee holen als Trigger: danach 2 Minuten bewusstes Stehen, frische Luft
  • 16:00 – 10 Minuten Lesen oder Musik hören
  • Abend – Eine Stunde bewusstes, geplantes Fernsehen oder Lesen zur Entspannung

Wenn du diese Struktur einmal ausprobierst, wirst du erleben, dass deine Produktivität nicht sinkt, sondern oft steigt. Du triffst klarere Entscheidungen, bist weniger anfällig für Fehler und fühlst dich insgesamt besser.

Praktische Mikro-Rituale für den Arbeitsalltag

Hier sind kleine Rituale, die du sofort einsetzen kannst:

  • Beim Aufstehen: 3 tiefe Atemzüge mit Blick aus dem Fenster
  • Kaffeepause bewusst nutzen: Kein Handy, 2 Minuten Sitzen und Atmen
  • Nach einem intensiven Meeting: 60 Sekunden strecken und bewusst den Nacken lockern
  • Wenn du das Gefühl von Erschöpfung hast: 5 Minuten lesen statt Social Media
  • Beim Einkaufen: Keine Podcasts, einfach nur die Umgebung wahrnehmen

Was du heute ausprobieren kannst

Starte mit kleinen Schritten. Probiere eine Woche lang zwei Veränderungen und beobachte die Wirkung:

  1. Führe drei Mikropausen pro Arbeitstag ein (je 30–90 Sekunden).
  2. Ersetze 20 Minuten abendliches Scrollen durch 20 Minuten Lesen.

Notiere, wie du dich fühlst. Schon nach wenigen Tagen wirst du Unterschiede bemerken: mehr Klarheit, bessere Stimmung und oft auch höhere Produktivität.

Du hast die Erlaubnis zur Pause.

Das ist kein wohlmeinender Ratschlag. Es ist eine Notwendigkeit für nachhaltige Leistungsfähigkeit. Pausen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind ein Werkzeug, um dein Energie-Level zu steuern und zu erhalten.

Deine Übung: Die Top-3-Liste

Schreibe dir jetzt deine drei effektivsten Erholungsaktivitäten auf. Das kann Lesen, ein kurzer Waldspaziergang, Alleinzeit im Café, Musik hören oder bewusstes Nichtstun sein. Hänge diese Liste an einem sichtbaren Ort auf — am Schreibtisch, auf dem Kühlschrank oder als Erinnerung im Kalender.

Wenn du möchtest, kannst du die Liste regelmäßig anpassen. Menschen verändern sich, und damit auch das, was Erholung bringt. Bleib neugierig und beobachte dich selbst.

Fazit

Erholung ist kein Nice-to-have. Sie ist ein zentraler Bestandteil deines Arbeitsalltags und deiner Lebensqualität. Nutze die Erkenntnisse aus dem Rest-Test: Setze auf Aktivitäten, die dein Gehirn wirklich runterfahren, mache regelmäßig Mikropausen und organisiere Pausen mit einfachen Tricks wie Triggern und Habit Stacking.

Vor allem: Lass Schuldgefühle los. Du bist keine Maschine. Du wirst nicht weniger wertvoll, weil du dich zwischendurch erholst. Im Gegenteil: Du wirst klarer, kreativer und nachhaltiger leistungsfähig. Fang heute an – klein, aber konsequent.

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Inhaltsverzeichnis

Die Live-Workshop-Teile finden an folgenden Terminen statt:

  • 02.01.2023 19:00 Uhr: KickOff
  • 07.01.2022 08:30 Uhr: FAQ Jahresplanung

Zu beiden Live-Events gibt es auch Aufzeichnungen!

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