Future Work Skills (sind dein Job und du zukunftssicher?) – ein Interview mit Dennis Fischer

Wir befinden sich mitten in der 4. industriellen Revolution. Alles ist im Umbruch, vor allem der Job-Sektor. Ist dein Job noch zukunftsfit? Welche Skills solltest du jetzt schon für deinen zukünftigen Job aufbauen? Was sollen deine Kinder und Enkelkinder für Ausbildungen machen? Alles enorm spannende Fragen, die Dennis Fischer, der Autor des Buches „Future Work Skills – die 9 wichtigsten Kompetenzen für deine berufliche Zukunft“ beantwortet.


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Effizienter arbeiten, lernen und leben – der Podcast für ein besseres Selbstmanagement. Das Ziel: Mehr Zeit für dich und für die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben. Weil deine Zeit wertvoll ist!   00:00:26-1#

Hallo und herzlich willkommen zu dieser Podcastfolge. Mein Name ist Thomas Mangold, und ich freue mich, dass du wieder mit dabei bist. Alles ist im Umbruch, und wir befinden uns mitten in der Vierten Industriellen Revolution. Das gilt ganz besonders für den Arbeitsmarkt. Wir fragen uns, ob unser Job auch in Zukunft noch benötigt wird und welche Skills wir uns aneignen müssen, um gut gerüstet zu sein. Zu welcher Ausbildung sollen wir unseren Kindern und Enkeln raten? Auf was sollen sie sich fokussieren, um später gute Chancen zu haben?  00:01:05-9#

Das sind enorm spannende Fragen, und ich habe einen Gast eingeladen, der sie uns beantworten kann. Es ist Dennis Fischer, der Autor des Buchs „Future Work Skills. Die 9 wichtigsten Kompetenzen für deine berufliche Zukunft“. Das Buch ist soeben druckfrisch herausgekommen. Dennis erklärt uns, welche Jobs in Zukunft wegfallen, welche einen regelrechten Hype erfahren werden und welche Ratschläge er meinem sechzehnjährigen Neffen gibt.   #00:01:45-8# 

Bevor wir mit dem Interview starten, möchte dir einen Tipp geben, der ebenfalls damit zu tun hat, wie du deine Zukunft absicherst. Es geht um das wichtige Thema Datenschutz. Dabei kann dich unser Sponsor Express VPN unterstützen. Wahrscheinlich hast du beim Surfen im Internet schon einmal den Inkognito-Modus deines Browsers verwendet, um deine Privatsphäre zu schützen. Aber eines ist klar: Dein Provider kann jede Webseite sehen, die du besuchst, auch, wenn du den Inkognito-Modus verwendest und auch, wenn du den Verlauf löschst. Das geschieht unabhängig davon, wer dein Provider ist. Deine Daten werden anschließend an Werbefirmen verkauft. Das kannst du vermeiden, indem du Express VPN nutzt, eine App, mit der du deine Internetverbindung über sichere Server umleitest und verschlüsselst, so dass dein Internet-Provider die von dir besuchten Seiten nicht mehr nachvollziehen kann. #00:02:59-4#

Ich verwende Express VPN auf allen meinen Geräten, sowohl auf dem MacBook als auch auf dem iPad und auf dem Smartphone. Damit kann ich mir absolut sicher sein, dass meine Daten nicht von Dritten eingesehen und verwendet werden. Die App war für mich ein echter Game Changer, vor allem, weil sie so einfach funktioniert. Das Ganze läuft ganz automatisch im Hintergrund ohne Zeitverzögerungen und ohne Pufferungen. Bereits mit einem einzigen Klick bist du rundum geschützt.  00:03:33-8#

Express VPN wurde von echten Größen wie CNET, TechRadar und von Chip.de als Nr. 1 VPN-Dienst ausgezeichnet. Schütze alle deine Geräte mit einem einzigen Abo, und zwar für weniger als 6,- Euro pro Monat. Probiere es ganz einfach risikofrei aus und nutze die 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Geh auf expressvpn.com/effizienter und erhalte auf das Jahresabo drei zusätzliche Monate kostenlos. Alle Infos findest du natürlich auch in den Show Notes.   00:04:26-7#

Thomas: Hallo Dennis, es freut mich sehr, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Du warst bereits in der Podcastfolge 280 bei mir zu Gast. Das ist lange, lange her, und es wird Zeit für ein erneutes Treffen. Bitte stell dich noch einmal kurz vor. Wer bist du, und was machst du?  00:04:49-0#

Dennis: Danke dir für die Einladung, lieber Thomas. Ich bin Dennis, und seit der Podcastfolge Nummer 280 haben sich die Themen, mit denen ich mich beschäftige,  verändert. Damals stellte ich mein erstes Buch „52 Wege zum Erfolg“ vor, in dem es um die Selbstoptimierung geht. Die habe ich bis auf die Spitze getrieben, aber irgendwann hatte ich ein Erlebnis, das mir die Augen geöffnet hat. Ich saß auf dem Hometrainer und trat in die Pedale. Gleichzeitig schrieb ich eine WhatsApp und hörte parallel dazu ein Hörbuch auf 2,5-facher Geschwindigkeit. Plötzlich viel mir auf, wie der Titel des Buches hieß, das ich mir gerade anhörte, nämlich „Nichts tun: Die Kunst, sich der Aufmerksamkeitsökonomie zu entziehen.“  00:05:30-0#

Ich begann, mir viele Fragen zu stellen, unter anderem, was mir dieser permanente Stress, dem ich mich aussetzte, überhaupt für die Zukunft bringt. Wird es nicht eher so sein, dass sich die Arbeitswelt verändert, und werde ich die Skills, die ich mir gerade aneigne, überhaupt benötigen? Ich begann, mich mit den Future Work Skills zu beschäftigen. Mit diesem Thema bin ich momentan als Key Note Speaker auf der Bühne unterwegs. Auch mein neues Buch beschäftigt sich mit diesen Fragen. Ich möchte dazu beitragen, die Menschen auf die Herausforderungen der kommenden Arbeitswelt vorzubereiten.  00:06:02-4#

Thomas: Das ist ein sehr spannendes Thema. Dein Buch ist gerade erst herausgekommen, und wir werden es natürlich in den Show Notes verlinken. Eines der Kapitel beschäftigt sich mit dem Selbstmanagement. Das ist genau mein Thema, und ich hoffe, dass ich mir in Zukunft keine Sorgen um meine Arbeit machen muss. Welche Stellung gibst du der Selbstoptimierung im Rahmen der Future Work Skills?  00:06:33-6#

Dennis: Das Kapitel behandelt keine klassischen Techniken des Selbstmanagements, und ich glaube, dass die Hörerinnen und Hörer dahingehend sehr gut bei dir aufgehoben sind, lieber Thomas. Etwas provozierend beschäftige ich mich in diesem Teil meines Buches mit dem Nichtstun. Ich beginne mit dem bekannten Sketch von Loriot, „Ich will hier nur sitzen“. Der Ehemann sitzt in seinem Stuhl und möchte sich ausruhen, doch er wird ständig von seiner Frau angetrieben, etwas zu unternehmen. Das Kapitel behandelt die Frage, wie wir es schaffen, zur Ruhe zu kommen. Social Media ist wie ein Wasserfall, der uns ständig überschüttet. Informationen prasseln von oben auf uns ein und perlen nach unten ab. Und so geht es den ganzen Tag. Aber wir selbst entscheiden, ob wir uns berieseln lassen oder ob wir einen Schritt zur Seite machen und uns aus diesem Informationsfluss herausnehmen.  00:07:43-9#

Selbst die Mediation ist ein großer Hype. Aber auch, wenn ich meditiere, führe ich eine Aktion aus. Ich konzentriere mich auf meine Atmung und versuche, einen bestimmten Zustand herzustellen. Wir müssen wieder lernen, abzuschalten. Es tut uns gut, eine Zeitlang auf dem Sofa herumzuliegen und an die Decke zu starren. Einfach nichts zu tun, das ist eine Fähigkeit, die in Zukunft immer wichtiger sein wird. Wir müssen es schaffen, uns von den ganzen Ablenkungen frei zu machen.  00:08:13-7#

Thomas: Dem Abschalten und der Langeweile habe ich sogar ein ganzes Kapitel in meinem Essentialismus-Projekt gewidmet. Wir müssen lernen, die Langeweile zu genießen. Mein Neffe ist 16 Jahre alt. In zwei Jahren wird er seine Matura beziehungsweise das Abitur in der Tasche haben. Welche Jobs wird es geben, wenn er Mitte 20 ist? Welche Arbeitsplätze werden besonders spannend sein, und welche werden wegfallen? Kannst du uns einen Ausblick geben?  00:08:48-0# 

Dennis: Auf jeden Fall werden die körperlich ermüdenden Arbeiten wegfallen. Dazu gehören Fließbandarbeit und die Tätigkeit an der Supermarktkasse. Der Busfahrer wird irgendwann durch einen autonom fahrenden Bus ersetzt werden. Der zweite Bereich umfasst die geistig repetitiven Aufgaben, die immer wieder die gleichen Themen behandeln. Dazu gehört die Arbeit eines Rechtsanwalts oder der Kundendienst einer Versicherung. Diese Tätigkeiten werden schon heute teilweise durch KIs, also durch künstliche Intelligenzen wie BOTs deutlich besser und schneller ausgeführt.  00:09:40-7#

Das amerikanische Start-up Lawgeex hat einen Algorithmus entwickelt, der Verträge automatisch erstellt und prüft. Lawgeex hat sein System gegen echte Rechtsanwälte antreten lassen. Beide sollten Fehler in den Verträgen aufdecken. Natürlich hat die künstliche Intelligenz die bessere Arbeit geleistet. Ihre Trefferquote war 94 Prozent im Gegensatz zu den Anwälten, die nur 85 Prozent der Fehler in den Verträgen aufgedeckt haben. Das Spannende dabei ist, dass die Anwälte 92 Minuten zur Bearbeitung des Dokuments benötigt haben und der Algorithmus lediglich 26 Sekunden.  00:10:16-8#

Es ist demnach eine Tatsache, dass nicht nur die körperlichen Arbeiten automatisiert werden, sondern auch viele geistige. Das betrifft hauptsächlich sich wiederholende Aufgaben. Im Gegensatz dazu wird der Bedarf an kreativen Arbeiten steigen. Wir brauchen Menschen, die entwickeln, erfinden und Mitarbeiter führen können. Diese Fähigkeiten umfassen alles, was in der heutigen Zeit als „komplex“ beschrieben wird und was man sich nicht mit Hilfe eines Handbuches erarbeiten kann. Juristische Fälle lassen sich lösen, indem man die entsprechenden Gesetzestexte nachschlägt. Genauso ist es mit Interviews. Vielleicht wird mich bald eine intelligente KI interviewen und mir die richtigen Fragen stellen können. Aber wenn man mit Menschen arbeitet, etwas Neues entwickelt oder wenn man wie du, Thomas, Kurse und Podcasts erstellt, dann wird man auch weiterhin viele Aufgaben zu erledigen haben.  #00:11:07-5#

Zu der Frage, welche Jobs neu entstehen werden, möchte ich euch eine interessante Webseite von einem australischen Institut vorstellen, nämlich https://100jobsofthefuture.com/. Hier werden echt abgefahrene Berufe aufgelistet, zum Beispiel der Coach für lebenslanges Lernen, der dich an die Hand nimmt und dir einen Überblick über den großen Weiterbildungsmarkt gibt. Ein weiteres Beispiel ist der Inneneinrichter für virtuelle Räume. Genauso, wie ich heute meine Wohnung personalisiere, möchte ich mich auch in einem virtuellen Raum wohlfühlen. Und dabei kann mir ein solcher digitaler Raumausstatter helfen. #00:11:48-7#

Ein weiterer cooler Job ist Müllmann beziehungsweise Müllfrau für Daten. Auch das wird extrem spannend. Wir alle wissen, dass die Daten unser wichtigstes Gut sind. Sie werden verkauft, verwertet oder vernichtet. Um diese Formen der Entsorgung wird sich irgendwann ein ganzer Berufszweig kümmern. Du siehst, es gibt etliche Berufe, die für deinen Neffen in Frage kommen.  00:12:10-3#

Thomas: Das hört sich nach einer sehr spannenden Zukunft an. Vor Kurzem habe ich ein Text-Tool ausprobiert, das mit Hilfe von wenigen Keywords einen kompletten Text erstellt. Das war schon ziemlich gut. Möglicherweise werden unsere Bücher schon bald von künstlichen Intelligenzen geschrieben. 

Wie kann ich am besten analysieren, ob mein jetziger Job eine gute Perspektive hat?  00:13:05-3#

Dennis: Das ist die konkrete Frage, die sich jeder stellt. In meinem Buch gibt es eine Checkliste, die dir zehn Punkte an die Hand gibt, mit denen du herausfinden kannst, wie die Zukunftsaussichten deines Arbeitsplatzes aussehen. Gerne können wir einige Punkte aufgreifen. Eine der Fragen lautet, „vermittelst du ein Gefühl?“ Wir Menschen sind fühlende Wesen, wir lieben Storys und Emotionen. Wir vermitteln Gefühle, wenn wir als Regisseur tätig sind, im Marketing und an der Hotelrezeption. Dort checkt der Gast nicht nur ein, sondern er wird willkommen geheißen und soll sich wohl fühlen. Wenn man einem anderen Menschen ein Gefühl vermittelt, auch wenn es nur indirekt ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Job auch weiterhin existieren wird.  00:14:04-1#

Eine weitere Frage lautet, „übst du einen Bullshit-Job aus?“ Diese Frage basiert auf dem Buch „Bullshit Jobs“ von David Graeber. Er beschreibt Berufe, die niemand braucht, weil sie keinen Mehrwert für die Menschheit stiften. Stell dir vor, auf dem Höhepunkt der Corona-Krise 2020, als es noch keinen Impfstoff gab, hätten alle Ärzte und Pfleger beschlossen, zu streiken. Das wäre eine Katastrophe gewesen. Unser Gesundheitssystem wäre zusammengebrochen, und wir würden heute womöglich in einer Anarchie leben. Die Gesundheitsberufe sind sehr wichtig für die Gesellschaft.  00:14:56-5#

Stell dir weiterhin vor, irgendwelche Lobbyisten in Brüssel hätten beschlossen, zu streiken. Wen hätte das interessiert? Niemanden! Wenn alle Online-Marketer gestreikt hätten, gut, dann wäre den Unternehmen Geld verloren gegangen, aber die Gesellschaft hätte nicht darunter gelitten. Frage dich deshalb, ob du mit deiner Arbeit dazu beiträgst, dass wir uns als Menschheit weiterentwickeln, und dass es mit der Gesellschaft nach vorne geht.   00:15:27-7#

Als dritten Punkt möchte ich darauf zurückkommen, ob deine Arbeit von jedem ausgeführt werden kann, dem ein Handbuch zur Verfügung steht. Selbst, wenn ein solches Kompendium 10.000 Seiten hätte, so lange ich die Aufgaben, die ich erledige, dahingehend formulieren kann, dass sie auch von einer anderen Person umgesetzt werden können, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch eine KI sich in diese Aufgaben einarbeiten kann.  00:15:59-7#

Die Antworten auf diese drei Fragen geben Aufschluss darüber, ob dein Job Zukunftsperspektive hat oder nicht.  00:15:57-6#

Thomas: Das war ein sehr wertvoller Input. Angenommen, ich stecke in einem Bullshit-Job oder in einem der von dir erwähnten Routine-Jobs, die womöglich von der Künstlichen Intelligenz übernommen werden, welche Skills sollte ich mir bereits heute aneignen, um für die Zukunft gerüstet zu sein?  00:16:31-8#

Dennis: Zu dieser Frage gibt es viele tiefgehende Studien von renommierten Organisationen wie dem Weltwirtschaftsforum, McKinsey und dem Stifterverband. Diese Studien habe ich aufgegriffen und analysiert. Es gibt die Hard Skills wie der Umgang mit großen Datenmengen, Big Data und die Affinität zur Technik. Ich habe mich jedoch auf die Soft Skills fokussiert, die so genannten Human Skills. Dazu habe ich neun Faktoren identifiziert, die ich für besonders wichtig halte. Drei davon möchte ich euch erläutern. An erster Stelle steht die Empathie. Schauen wir wieder auf die Corona-Pandemie zurück. Als die Menschen im Sommer 2020 abends auf ihren Balkonen standen und den Pflegekräften applaudierten, da hatte ich das Gefühl, dass wir verstanden hätten, was Empathie wirklich ein. Wir versetzten uns in die Ärzte und in die Pflegekräfte hinein. Diese hatten mit dem Slogan geworben, „bleibt für uns zu Hause, wir bleiben für euch hier“. Beide Seiten sind füreinander eingestanden und hatten Verständnis entwickelt. Leider hat diese Empathie nicht lange angehalten.   00:17:56-1#

Zu diesem Gefühl möchte ich zurück, denn das Mitgefühl ist etwas, was keine Maschine ersetzen kann. Es ist eine rein menschliche Fähigkeit, und die ist für mich die wichtigste Eigenschaft.  #00:18:08-3#

Der zweite Faktor betrifft das lebenslange Lernen, und zwar nicht im Sinne einer Haftstrafe, „lebenslang“, sondern mit Spaß und Freude. Das Lernen soll Wachstum ermöglichen und uns befähigen, unterschiedliche Karrierewege einzuschlagen. Die typische Baby-Boomer-Karriere, wo ich von der Ausbildung bis zur Rente im selben Job und im selben Unternehmen arbeite, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Wir werden verschiedenste Berufe ausüben. Ich persönlich finde das mega spannend, aber ich weiß, dass diese Idee vielen Menschen Angst macht, vor allem, wenn sie schon älter sind und nicht mehr lange bis zur Rente haben. Das könnte knapp werden, denn meiner Meinung nach werden die nächsten zehn Jahre turbulent sein. Je älter man wird, desto mehr Zeit sollte man mit Lernen verbringen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Die Jüngeren sind meist digital affiner und technisch versierter.  00:19:05-3#

Als dritten Skill möchte ich das Thema Selbstmanagement anführen. Es ist wichtig, dass man lernt, Herr seiner eigenen Zeit zu sein, denn die technischen Erfordernisse werden weiter zunehmen. Es gibt immer mehr Tools, Software und Programme, die alle Kanäle bündeln und mir automatische Antworten vorschlagen. Ich glaube, das ist alles keine sinnvolle Lösung, sondern wir müssen einen Weg finden, um Prioritäten zu setzen und das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden zu können.  00:19:54-6#

Thomas: Meiner Meinung nach wird das fokussierte Arbeiten die Wunderwaffe des 21. Jahrhunderts sein. Danke für deine coolen Inputs. Dennis, du hast in deinem Buch sechs Future-Work-Prinzipien vorgestellt. Magst du uns eine davon anteasern und uns ein bisschen davon erzählen?  00:20:24-1#

Dennis: Zunächst möchte ich euch den Unterschied zwischen Regeln und Prinzipien erklären. In einer sich ständig verändernden Welt, die volatil und komplex ist, kommen wir mit Regeln nicht weit, denn die stoßen ständig an ihre Grenzen. Wenn man zum Beispiel im Team von einer Flut von E-Mails überrannt wird, dann könnte man vereinbaren, beim Verfassen der Mails höchstens drei Personen CC: zu setzen. Aber was mache ich, wenn vier Personen auf diese Informationen angewiesen sind? Ich bin deshalb kein Fan von starren Regeln, sondern eher von Prinzipien, die man flexibel anwendet. Auch in meinem Team versuchen wir, möglichst wenige Personen in CC: zu nehmen, aber wir halten uns nicht krampfhaft an einer Regel fest.  00:21:24-9#

Für unser Team haben wir sechs Prinzipien formuliert, von denen ich der Meinung bin, dass sie in Zukunft für das Mindset extrem wichtig sind. Das erste Prinzip lautet: „Ich bin keine Maschine“, angelehnt an das Lied von Tim Bendzko. Das Video habe ich mir in Vorbereitung auf mein Buch angeschaut. Es geht darum, dass wir davon wegkommen müssen, uns immer nur mit der Künstlichen Intelligenz zu beschäftigen. Der Weg geht wieder hin zu unserer menschlichen Intelligenz. Wie können wir es schaffen, die weichen Faktoren, die Herzthemen mehr in den Vordergrund zu stellen, gerade in der Business Welt? Wenn wir schon keine Chancen gegen die Maschinen haben werden, dann können wir uns wenigstens darauf konzentrieren, was uns ausmacht und welche Arbeiten nur von uns Menschen erledigt werden können. Wir müssen uns bewusst werden, was uns von einer Maschine unterscheidet.  00:22:25-0#

Fragen wir uns, wo wir damit beginnen können, bereits im Kleinen etwas zu verändern. Jeder kann in seinem Beruf prüfen, was möglich ist. Die Steuerberater automatisieren und digitalisieren ihre Aufgaben bereits heute, aber womöglich gibt es Nischen, die nur die Menschen optimal bedienen können. Das Steuerbüro kann sich zum Beispiel auf die Beratung eines Künstlers konzentrieren, der keine Lust hat, sich mit einer Steuererklärungssoftware auseinanderzusetzen. Er ist womöglich froh, wenn er einmal pro Jahr die Belege im Schuhkarton abgeben kann und sich ein Profi um alles Weitere kümmert. Ich muss mir meine Nische suchen und herausfinden, wo ich mich mit meiner Menschlichkeit einbringen kann.  #00:23:04-0#

Ein weiteres Prinzip lautet, schnell und nicht perfekt zu sein. Dabei geht es darum, ins Tun zu kommen und anzufangen. Wo kann ich einen Prototyp bauen, ohne gleich alles typisch deutsch durchgeplant zu haben? Wichtig ist, nicht in die Perfektionismusfalle hineinzugeraten, sondern klein zu beginnen und sein Projekt Stück für Stück zu optimieren.  00:23:23-6#

Thomas: Auch deine anderen Prinzipien sind sehr hilfreich, und deshalb empfehle ich, in deinem Buch nachzulesen. Wir haben viele Themen daraus angeschnitten. Gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt, den du ansprechen möchtest?  00:23:45-4#

Dennis: Wir haben über das lebenslange Lernen gesprochen. Ein weiteres wichtiges Thema dreht sich um das „Verlernen“. Neben dem Erlernen neuer Skills ist es mindestens ebenso wichtig, bereits vorhandene Fähigkeiten zu vertiefen. In meinem Buch stelle ich einen Future-Fit Selbsteinschätzungstest zu Verfügung, mit dem man herausfinden kann, worin man bereits gut aufgestellt ist und wo es noch Aufholbedarf gibt. Wir müssen lernen, umzudenken und einen Frühjahrsputz im Kopf zu machen. Anstatt ständig Neues lernen zu wollen, können wir andere Wege ausprobieren und bereits vorhandene Themen aus anderen Blickwinkeln betrachten, also „verlernen lernen“. Kennt ihr das Video mit dem Versuch, das Fahrradfahren zu verlernen? Der Lenker dieses Fahrrads Fahrrads ist derart präpariert, dass man automatisch in die falsche Richtung lenkt. Man muss ihn sozusagen spiegelverkehrt bedienen. Nun könnte man denken, dass man sich innerhalb weniger Tage darauf einstellen kann, in die andere Richtung zu lenken, aber der Proband hat ganze acht Monate üben müssen, um sein Gehirn darauf einzustellen. Das Experiment beweist, dass es möglich ist, das Fahrradfahren zu verlernen.   00:25:20-0#

Thomas: Dieses Video werde ich mir anschauen und verlinken. Dein Buch ist im Gabal Verlag erschienen und überall erhältlich, wo es Bücher gibt. Ich habe heute wieder einiges gelernt, vor allem über die Jobs, die ich meinem Neffen vorschlagen kann. Momentan will er Lehrer werden, und das ist auf jeden Fall ein Beruf, der Empathie erfordert.

In meinem Podcast hat der Gast immer das letzte Wort. Deswegen freuen wir uns jetzt über ein kurzes Shout-out von dir, lieber Dennis. Vielen Dank für dieses Gespräch, und ich würde mich über ein weiteres Treffen freuen. Und nun: The Stage is yours!  00:26:42-4#

Dennis: Danke dir, Thomas, und auch ich würde mich über ein Wiedersehen freuen. Meine letzte Botschaft ist die Aufforderung an alle, sich Gedanken über die persönliche Zukunft zu machen. Während meiner Arbeit am Buch ist mir klar geworden, dass die Zukunft im Grunde gar nicht existiert. Es ist nur eine Vorstellung in unserem Kopf, was irgendwann einmal sein könnte. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Zukunft nie so eintreffen wird, wie wir sie uns vorstellen. Das Schöne ist jedoch, dass wir unsere Perspektiven selbst gestalten können. Mein Wunsch an alle Hörerinnen und Hörer ist, dass sie keine Angst vor den Veränderungen der Arbeitswelt haben. Wir selbst sind es, die diesen Wandel anpacken und bestimmen, wie wir zukünftig leben und arbeiten wollen.  00:27:33-0#

Thomas: Vielen Dank, lieber Dennis, für diese Einsichten in dein Buch und in die Arbeitswelten der Zukunft. Alle Links findest du natürlich in den Show Notes. Ich freue mich, wenn wir uns nächste Woche wiederhören. Machs gut und genieße deinen Tag. Ciao!  00:28:12-7#

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