To-do-Listen-Insolvenz ist die beste Antwort, wenn du von der Fülle an Aufgaben, Anforderungen und dem Druck im Job total überrannt bist und eigentlich nur noch reagierst, um nicht unterzugehen, anstatt zu agieren. Mit dieser Methode bekommst du wieder die Kontrolle über deine Aufgaben und dein Leben.

Eine gute Freundin hat es mit der To-do-Listen-Insolvenz geschafft, von 854 auf 160 zu erledigende Aufgaben zu kommen. Wie auch du das schaffen kannst, erfährst du in den nächsten 6 Lese-Minuten.


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Die To-do-Listen-Insolvenz

Was ist das?

Du tust dabei nichts anderes, als deine Aufgaben in die Insolvenz zu senden. Was passiert denn, wenn eine Firma Insolvenz anmeldet? Ist ein Unternehmen überschuldet, kommt mit seinen Zahlungen nicht mehr nach und ist der Ausblick in die Zukunft alles andere als rosig, wird ein Insolvenzantrag gestellt und ein Insolvenzverwalter bestimmt. Dieser sieht sich an, wie viele Vermögenswerte da sind, macht diese zu Geld und teilt dieses unter den Gläubigern auf. In der Regel liegt diese Quote um die 20 %, den Rest müssen die Gläubiger abschreiben.

Bei der To-do-Listen-Insolvenz ist das ganz ähnlich. Wie der Insolvenzverwalter siehst du dir deine Aufgabenliste an, bestimmst, was realistisch abzuarbeiten ist, und verzichtest auf die restlichen Aufgaben.

Wann ist die To-do-Listen-Insolvenz etwas für dich?

Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht und du nicht die geringste Ahnung hast, wie du all diese Aufgaben jemals erledigt bekommen sollst. Außerdem ist diese Methode dann die richtige, wenn der Druck auf dich schon extrem groß ist und der Tag nicht 24, sondern 48 Stunden haben müsste, damit du deine Aufgaben erledigt bekommst.

Die To-do-Listen-Insolvenz ist dann die richtige Methode, wenn du hunderte Aufgaben nur noch vor dir herschiebst und nebenbei noch neue Aufgaben schneller hinzukommen, als du alte erledigen kannst.

Mit der To-do-Listen-Insolvenz hast du die Möglichkeit, deinen Fokus auf die wirklich wichtigen Aufgaben zu richten, und im Gegenzug verzichtest du auf die unwichtigen.

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Das richtige Mindset herstellen

Ich kann sie hören, deine Gedanken:

„Ja, Thomas, aber das geht doch nicht! Ich kann doch nicht einfach auf 80 % meiner Aufgaben verzichten und diese einfach nicht abarbeiten.“

Ehrlich? Kannst du das nicht?

Wenn deine Aufgaben nie weniger werden und neue schneller hinzukommen, als du alte abarbeiten kannst, wie willst du es dann anders in den Griff bekommen? Wirst du es jemals schaffen, alle Aufgaben zu erledigen?

Wohl kaum!

Du wirst sie auf deiner physischen, elektronischen und mentalen Aufgabenliste mitschleppen, aber erledigen wirst du sie niemals. Und insgeheim weißt du das auch. Alles, was diese Dinge auf der To-do-Liste hält, ist dieser kleine Funke Hoffnung, dass du vielleicht irgendwann doch die Zeit dazu findest, sie abzuarbeiten.

Aber merke dir für die Zukunft: Immer wenn die Worte „vielleicht“ und „irgendwann“ gleichzeitig in einem Satz auftauchen, kannst du dieses Ding gleich löschen, denn es ist gleichbedeutend mit „nie“!

Alles, was du damit tust, ist eigentlich nur, dich selbst zu belügen!

To-do-Listen-Insolvenz

geralt / Pixabay

Wie sieht das richtige Mindset für To-do-Listen-Insolvenz nun aus?

Schließe mit der Aufgabenliste in der jetzigen Form ab und gestehe dir ein, dass du es niemals schaffen wirst, sie abzuarbeiten. Führe dir immer wieder die Vorteile der To-do-Listen-Insolvenz vor Augen:

  • Ein Großteil deiner Aufgaben ist binnen weniger Stunden verschwunden.
  • Du schleppst sie nicht mehr mit und kannst somit einen tollen Neustart hinlegen.
  • Deine Aufgabenliste ist plötzlich wieder kurz, übersichtlich und was am wichtigsten ist: Es ist realistisch, dass du sie abarbeiten kannst.
  • Der Druck ist plötzlich weg und du kannst wieder durchatmen.
  • Du kannst wieder konzentriert und fokussiert ans Werk gehen.
  • Du hast die Möglichkeit, wieder täglich To-do-List Zero zu schaffen, anstatt am Abend vollkommen frustriert auf deine überlange To-do-Liste zu schauen.
  • Motivation und Arbeitsfreude werden mit einem Schlag wieder da sein.
  • Du hast plötzlich (wieder) Arbeitsbedingungen geschaffen, in denen du produktiv sein kannst.

Die Vorgehensweise

Schritt 1: Liste alle Aufgaben, die du oder andere an dich gestellt haben, auf

Ob du das auf einem Blatt Papier, mit einem Aufgabenverwaltungs-Programm oder mit Evernote machst, ist egal: Alles muss an einem einzigen Ort abgelegt werden. Ganz wichtig: An einem einzigen Ort!!!

Nimm dir also die nötige Zeit und liste alles auf. Das ist keine Aktion, die schnell, schnell nebenbei geht, denn du musst sicherstellen, dass du wirklich alle Aufgaben findest und ablegst. Durchsuche also alle Formen von Aufgabenlisten, die du bisher geführt hast, nach Aufgaben, die zu erledigen sind:

  • Deine Notizen,
  • alle PostIts
  • deine Mails und
  • deinen Kopf

Finde sie alle und liste sie an einem einzigen Ort auf.

Schritt 2: Ordne nach Prioritäten

Nimm dir diese Liste nun zur Hand und ordne alle Aufgaben darauf von der wichtigsten bis zur unwichtigsten.

Diese Fragen können dir dabei helfen:

  • Ist diese Aufgabe wirklich wichtig oder vielleicht nur dringend?
  • Von welchen Aufgaben profitierst du, deine Firma oder dein Kunde am meisten?
  • Welche Aufgaben haben langfristig den größten Benefit für dich?

Nummeriere nun also alle Aufgaben durch, von Nummer 1 bis Nummer 854. Idealerweise machst du das mit Excel, Word oder Evernote.

Schritt 3: Übertrage die obersten 20 % der Aufgaben in dein Aufgabenverwaltungs-Programm

Ist diese Liste fertig, nimmst du die obersten 20 % davon und überträgst sie in ToDoist, Wunderlist oder welches Aufgabenverwaltungs-Programm du auch immer verwendest. Im Prinzip tust du damit nichts anderes, als das Pareto-Prinzip anzuwenden: 20 % deiner Aufgaben machen 80 % deines Erfolges aus. Da die restlichen 80 % deiner Aufgaben nur 20 % des Erfolges ausmachen, können wir getrost zum nächsten Schritt weitergehen.

Schritt 4: Vernichte die verbleibenden 80 % der Aufgaben

Vernichte sie physisch, indem du die Liste verbrennst oder mit einer großen Feier von deinem Computer löschst. Vernichte sie aber auch mental! Lösche diese Aufgaben aus deinem Gedächtnis. Verliere keinen Gedanken mehr daran. Sie sind Geschichte.

Die Light-Version

Okay, ich weiß schon, vernichten werden nicht alle übers Herz bringen. Es ist vor allem für deine mentale Einstellung die beste Variante, diese Aufgaben tatsächlich zu vernichten. Wenn du das, aus welchem Grund auch immer, nicht schaffen solltest, verschließe diese Aufgaben in einem Kuvert oder speichere sie auf einem USB-Stick. Dann legst du sie in die unterste Lade deines Kastens und speicherst dir in einem halben Jahr eine Erinnerung daran in deinen Kalender.

Wenn du dieses Kuvert oder diesen USB-Stick in einem halben Jahr kein einziges Mal in der Hand hattest, kannst du getrost zur Vernichtung übergehen. Und keine Sorge, du wirst ihn nicht in der Hand haben, denn selbst die verbleibenden 20 % der Aufgaben plus die neu hinzukommenden werden dich ausreichend beschäftigen. Apropos neu hinzukommende Aufgaben:

Dein zukünftiger Umgang mit der Aufgabenliste

Lass die Aufgabenliste zukünftig nie mehr so sehr anwachsen, dass du es nicht mehr schaffst, sie abzuarbeiten und dass du ihr ohnmächtig gegenüberstehst. Dazu musst du zwei Dinge unbedingt beherzigen:

  • Lerne, NEIN zu sagen.
  • Lerne, unwichtige Aufgaben sofort zu ignorieren und verbiete dir selbst, sie auf deiner Aufgabenliste zu vermerken.

Fazit für dein Selbstmanagement

To-do-Listen-Insolvenz ist mental keine einfache Sache, aber wenn du sie durchziehst, macht sie dich wieder fit. Diese Methode bringt dich in eine Position, in der du eine Aufgabenliste hast, die realistisch zu bewältigen ist.

So wirst du nicht nur handlungsfähig, sondern kommst auch mental in ein Verfassung, in der du agieren kannst, anstatt ständig nur reagieren zu müssen.

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

Was ist deine Meinung zu dieser Methode? Hast du sie schon mal angewendet, vielleicht nur im kleinen Stil? Oder hattest du schon mal eine richtige To-do-Listen-Insolvenz? Ich freue mich über deinen Kommentar zu diesem Thema.

Genieße deinen Tag!

Liebe Grüße

Thomas

PS: Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch auf meiner Membership-Plattform SelbstmanagementRocks und in meinem Newsletter.

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