Wofür ist das eine Gelegenheit? Einfache Frage – extrem starke Wirkung! Ich werde dir mit dieser einfachen Frage jetzt eine Waffe in die Hand geben, die extrem durchschlagskräftig und extrem wertvoll für dein Selbst-Management sein wird. Einziges Problem ist, stellen musst du sie dir selber und vor allem zum richtigen Zeitpunkt.

Ok, ok, dann spanne ich dich jetzt nicht mehr länger auf die Folter, hier die Frage: “ Wofür ist das eine Gelegenheit? „, oder anhand der Anfangsbuchstaben abgekürzt: WIDEG?

Ich sehe es jetzt förmlich vor mir, wie du etwas verdutzt dreinschaust und gerade dabei bist, mich für verrückt zu erklären. Aber lass mich hier kurz anhand von Beispielen ein wenig Licht ins dunkel zu bringen.

Stau – was nun? Wofür ist das eine Gelegenheit?

Stell dir vor, du steigst schon ziemlich müde, nach der Arbeit in dein Auto und begibst dich Richtung deiner Wohnung. Du freust dich schon auf deine Frau/Freundin und ein netter Besuch hat sich vielleicht auch noch angesagt. Schon bist du auf der Autobahnauffahrt und plötzlich siehst du vor dir Unmengen an Bremslichtern auftauchen. Stau!

Nichts geht mehr, alles steht. In den letzten 10 Minuten bist du gerade einmal gute 100 Meter vorwärts gekommen. Es ist zum Verzweifeln. Der Ärger steigt in dir empor, du verfluchst alles und jeden, der dir in die Quere kommt. Anstatt die Zeit mit deiner Familie und Freunden zu verbringen, stehst du nun im Stau.

Stau, Wofür ist das eine Gelegenheit

© Alexandra Gl – Fotolia

Ok, hier machen wir mal einen Cut in der Geschichte und betrachten einmal deine Möglichkeiten:

  • Du kannst dich die nächsten zwei Stunden und 23 Minuten (denn solange wirst du noch im Stau stehen) grün und blau ärgern, anderen Autofahrern mit dem Mittelfinger winken und vor lauter Ärger so schlechte Laune bekommen, dass wenn du nach diesen zwei Stunden und 23 Minuten endlich daheim bist, deiner Familie und deinen Gästen mit deiner schlechten Laune den Abend versauen. Naja, eine Option die ich nicht unbedingt als ideal bezeichnen würde oder? Zum Glück kannst du dir ja noch eine sehr einfache Frage stellen:
  • Wofür ist das eine Gelegenheit? Hmm, ein Stau? Wofür soll eine Stau schon eine Gelegenheit sein? Naja, da gibt es gleich einige Dinge die mir einfallen. So könntest du zum Beispiel wichtige Telefonate, die du eigentlich für den nächsten Tag geplant hast, vorziehen.
    Du könntest deiner Sekretärin Briefe diktieren, die sie dann am nächsten Tag nur noch abtippen braucht. Du kannst aber auch ganz einfach einen Podcast über dein Autoradio abspielen und dir die wichtigsten Punkte davon notieren. Oder du könntest ein wenig Brainstorming für einen kommenden Artikel machen und dir alles auf einem Block notieren (genau das mache ich jetzt nämlich für diesen Artikel).
    Einen schönen Gruß von der Wieder Süd-Ost-Tangente, den im Moment größten Parkplatz von Wien. Eigentlich finde ich es recht witzig, dass ich dieses Brainstorming gerade jetzt in dieser Situation mache. Und die Idee dieses Brainstorming jetzt zu machen, begann mit einer ganz einfachen Frage, nämlich ¨ wofür ist das eine Gelegenheit? ¨.
    Ja, auch ich werde erst in zwei Stunden und 23 Minuten zu Hause sein. Und natürlich werde ich auch nicht vor Freunde über diese Verspätung tanzen. Aber im Gegensatz zum oben angeführten Beispiel, werde ich mit dem Gefühl produktiv gewesen zu sein aus dem Auto aussteigen und den Rest-Abend trotz allem noch genießen können.

Du siehst also, den Stau kannst du ohnehin nicht beeinflussen. Ob du dich nun ärgerst, oder produktiv bist, wird den Stau weder verkürzen noch verlängern. Aber du kannst deine Einstellung ändern und deine Sicht auf die Dinge. Die einfache Frage ¨ wofür ist das eine Gelegenheit ¨ hilft dir dabei massiv.

Natürlich kann man im Stau auch gute Musik hören 😉 :

Kleine Probleme

Noch ein paar Beispiele gefällig (keine Angst jetzt mache ich es kürzer):

  • Wartezeiten (z.B. Bei Ärzten, Ämtern, vor Meetings)
  • Reisezeiten (z.B. U-Bahn, Bus, Bahn, Flugzeug)
  • langweilige Vorträge oder Meetings
  • wenn du nicht einschlafen kannst
  • usw.

In diesen scheinbar unnötigen, oder verlorenen Zeiten kannst du Dinge machen, wie zum Beispiel Podcasts hören, Telefonate führen, Lesen (zum Beispiel meinen Blog hier ;-)), Brainstorming, Berichte schreiben, Projekte planen, und vieles mehr.

Große Probleme

Natürlich kann dir diese einfache Frage auch bei größeren Problemen helfen. Ich denke da zum Beispiel an Misserfolge, Trennungen, Ablehnungen,Kündigung, Konkurs, oder ähnliches.

Im Prinzip steckt in dieser Frage die Tatsache, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt. Nehmen wir zum Beispiel Steve Jobs den Gründer von Apple. Als er bei Apple rausgeworfen wurde hat er nicht den Kopf in den Sand gesteckt und jahrelang seiner Firma nachgetrauert, sondern einfach mit Next und Pixar neue Firmen aus dem Boden gestampft. Zu guter letzt wurde er zu Apple zurückgeholt und wurde zur Legende!

Der Trigger – das Ereignis

Ok, damit hätten wir die Vorteile der WIDEG-Frage einmal abgeklärt. Aber ein kleines Problem bliebe da noch. Nämlich: Wie erinnere ich mich daran mir diese Frage auch zum geeigneten Zeitpunkt zu stellen? Nun, dafür muss ich sogenannte Trigger installieren. Ein Trigger ist nichts anderes als ein Ereignis, das bei seinem Eintritt ein weiteres Ereignis auslöst.

In meinem obigen Beispiel war der Trigger zum Beispiel der Stau. Immer wenn ich in einen Stau komme (Trigger), nehme ich einen Block und einen Stift zur Hand (der in meinem Auto immer bereit liegt) und beginne mit dem Brainstormin für einen neuen Artikel (Ereignis). Oder wenn ich in ein Flugzeug steige (Trigger) setzte ich meine Kopfhörer auf und beginne vorher gespeicherte Podcasts zu hören (Ereignis). Betrete ich das Wartezimmer eines Arztes (Trigger) nehme ich meinen Kindle zur Hand und beginne zu lesen (Ereignis).

Prinzipiell ist es also ganz einfach. Immer wenn ich mich zu ärgern beginne, sehe ich das als Trigger und stelle mir sofort die WIDEG-Frage. Und in den meisten Fällen erhalte ich sehr schnell sehr gute Antworten.

Fazit für das Selbst-Management

Auch Zeiten zu denen du normalerweise unproduktiv bist, produktiv nutzen, das ist die Kunst hinter der WIDEG-Frage. Erstens sparst du nerven und zweitens bist du am Lernen oder am Arbeiten, während andere nichts tun, in die Luft schauen oder sich ärgern. Alleine das zu wissen macht schon riesen Spaß.

Was sind denn so deine Trigger und welche Ereignisse setzen sie bei dir in Gang wenn du dir die WIDEG-Frage gestellt hast? Versuche es einfach einmal aus und poste mir dann hier deine Erfahrungen damit.

Genieße deinen Tag!

Liebe Grüße,

Thomas

P.S.: Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch auf meiner Membership-Plattform SelbstmanagementRocks und Invalid shortcode attributes.